Kampf gegen Keime über Grenzen hinweg
Medizin-Netzwerk Drei Oldenburger Krankenhäuser verpflichten sich zu noch höheren Hygiene-Standards
Gemeinsam stark gegen Keime (v.l.): Prof. Florian Hoppe, Dr. Frank Bazoche, Dr. Matthias Pulz, Elisabeth Sandbrink, Dr. Jörg Herrmann und Dr. Gyde Jungjohann BILD: Torsten von Reeken 
von Sabine Schicke
Oldenburg - In Sachen Hygiene von den Nachbarn lernen: Da schwer behandelbare Krankenhauskeime in Deutschland bis zu 20-mal verbreiteter sind als in den Niederlanden, wollen die drei Oldenburger Krankenhäuser ihre Hygiene-Standards in den kommenden fünf Jahren weiter erhöhen. Möglichst früh sollen Patienten mit sogenannten multiresistenten Keimen entdeckt und damit die Ausbreitung einer Infektion eingedämmt werden. Die Maschen des Hygienenetzes sollen überdies enger gezurrt werden: Eingebunden werden auch niedergelassene Ärzte, Rettungsdienste und etwa Pflegeheime.
Als zukunftsgerichtetes Projekt von großer Bedeutung würdigten Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts, und Dr. Frank Bazoche, Leiter des Gesundheitsamtes Oldenburg, ein Abkommen, das am Dienstag im PFL von Dr. Gyde Jungjohann (Medizinischer Vorstand Evangelisches Krankenhaus), Elisabeth Sandbrink (Geschäftsführerin Evangelisches Krankenhaus) und Professor Florian Hoppe (ärztlicher Direktor Klinikum) unterzeichnet wurde. „Einzelne Einrichtungen allein können diesen Keimbelastungen nicht wirksam begegnen.“
Als Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene arbeiten Klinikdirektor Dr. Jörg Herrmann und sein Team bereits seit längerem für alle drei Akutkrankenhäuser. „Wir haben schon jetzt ein Frühwarnsystem installiert“, erklärt Herrmann. Möglichst früh sollen infizierte Patienten erkannt und isoliert werden. Allerdings entwickelten sich ständig neue Keime. In diesem Zusammenhang diskutiert wird auch eine zurückhaltendere Verordnungspraxis von Antibiotika.
Mit der Unterzeichnung verpflichten sich die Kliniken, im Rahmen des grenzübergreifenden niederländisch-deutschen EurSafety Health Net verbindliche Standards bei der Bekämpfung dieser multiresistenten Keime (MRSA) einzuhalten und binnen fünf Jahren die Ansprüche des Robert-Koch-Instituts zu erreichen und u.a. epidemiologische Daten zu standardisieren.
Über das Engagement der Kliniken freuten sich auch Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung. Gestartet wurde auch die Netzwerk-Auftaktfortbildung.
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