OLDENBURG, 21. Juli 2011


Rampe bremst Rollstuhlfahrerin aus

Serie Ärger mit der Krankenkasse


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Kein Weiterkommen: Gesine Schreier kann die Rampe nicht benutzen. Sohn Manfred misst die Höhe der „Stufe“: 13 Zentimeter. BILD: Christopher Deeken  Bild vergrößern

cde

Oldenburg - Wenn ein Hilfsmittel zum Ärgernis wird: Gesine Schreier aus Oldenburg ist 82 Jahre alt. Geistig ist sie noch vollkommen fit, nur ihr Körper will seit geraumer Zeit nicht mehr so richtig. Um trotzdem mobil bleiben zu können, besitzt sie seit knapp drei Monaten einen elektrischen Rollstuhl. Damit sie mit diesem auch die Haustürschwelle passieren kann, hat sie sich von ihrer Krankenkasse (AOK) vor dem Eingang eine Rollstuhlrampe installieren lassen. Doch jetzt sorgt just diese Rampe dafür, dass die 82-Jährige ihr Haus nicht eigenständig verlassen kann.

„Eine Unverschämtheit“, schimpft Sohn Manfred Schreier, der seine Mutter Gesine betreut. Die Rollstuhlrampe ist zweiteilig, in der Mitte klappbar und kann so über die Schwelle gelegt werden. „Und genau hier liegt das Problem“, erklärt der 57-Jährige. Seine Mutter könne sich weder bücken noch Dinge anheben – und sei deswegen auch nicht in der Lage, den beweglichen Teil der Rampe über die Türschwelle zu klappen. „Wie soll sie das denn machen? Das ist doch Irrsinn“, sagt Manfred Schreier. Außerdem stelle die Rampe im zugeklappten Zustand eine 13 Zentimeter hohe „Stolperfalle“ für Menschen dar, die das Haus zu Fuß verlassen wollten.

Das Unverständnis des 57-Jährigen rührt auch daher, dass das zuständige Sanitätshaus im Auftrag der AOK die problematische Stelle bereits zwei Mal vermessen habe. Dass nun so etwas dabei herauskäme, sei einfach nicht zu verstehen, findet er.

Seinen Unmut habe er bereits mehrmals bei der AOK kundgetan. „Sie wollen sich darum kümmern. Ich bin gespannt“, sagt Manfred Schreier. Die AOK äußerte sich am Mittwoch auf NWZ -Anfrage nicht zu dem Fall.

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