OLDENBURG, 12. September 2011


Partys und gedrückte Stimmung

Kommunalwahl FDP mit hängenden Köpfen – Grüne Fete in Cocktailbar


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Große Jubel bei der SPD: Die Sozialdemokraten feierten sich nach den Ergebnissen als Wahlsieger. Im Havanna war die Stimmung dementsprechend ausgelassen. BILD: Torsten von Reeken  Bild vergrößern

Während die einen feierten, leckten andere ihre Wunden. Die Ergebnisse wurden mit Spannung erwartet.

Oldenburg - Von Partystimmung war in der Kulturlounge der Schlosshöfe nichts zu spüren. Hier mussten die FDP auf einer großen Leinwand mit ansehen, wie klein ihre Fraktion in Zukunft sein würde. Bei sich selbst suchte man die Gründe für das desaströse Ergebnis allerdings nicht. „Es ist schade, dass unsere gute Arbeit nicht honoriert wurde“, sagte Noch-Ratsherr Nils Krummacker.

Schuld, das waren sich alle einig, war der heftige Gegenwind der Bundespolitik. Darauf verwiesen auch die Bundestagsabgeordnete Christiane Ratjen-Damerau und der Landtagsabgeordnete Klaus Rickert, als sie in ihren Ansprachen versuchten, die Parteifreunde aufzurichten.

Ein völlig anders Bild (nicht nur vom Ambiente) gab die Piratenpartei ab, die im Marvins ihren Einzug in den Rat feierte – wenn auch mit einem Wermutstropfen. „Die Stärke der Rechten erschreckt uns ein wenig“, sagte Clemens John, Kandidat im Südwesten.

Davon Abgesehen war der Tatendrang in der kleinen Runde natürlich spürbar. „Mit einem Sitz kann man nicht die große Politik machen“, meinte John, „aber frische Ideen reinbringen.“ Eine konkrete Entscheidung gibt es schon: Einen Antrag zur Abwahl des OB würden die Piraten mittragen, da eine Zusammenarbeit mit dem Rat schwierig erscheine. Allerdings pochen sie darauf, vorher zu wissen, wie die Alternative aussieht.



Bei den Grünen in der Cocktailbar Cortes war die Stimmung ob des guten Ergebnisses hervorragend. Immer wieder brandete Jubel auf, als Sebastian Beer im Fernsehen zu Wort kam. „Wir sind frohen Mutes“, lautete das Urteil von Noch-Ratsherr Krister-Benjamin Schramm. Die von Volker Mönnich noch für möglich gehaltenen 30 Prozent sind es am Ende zwar nicht geworden, doch das änderte nichts an der gelungenen Wahlparty der Grünen.

Bei der CDU war die Stimmung nach der ersten Prognose ganz düster. 18,5 Prozent hatten die Schüler der Helene-Lange-Schule vorhergesagt. Nachdem die ersten Wahllokale ausgezählt waren wurden die Mienen aber deutlich lockerer. Schnell war klar, dass das Ergebnis nicht so düster ausfallen und es zumindest zehn Sitze im neuen Rat geben dürfte.

Auf der Wahlparty im Lindenhofsgarten wurde dennoch über Strategien diskutiert. „Wir hätten dem Bürger deutlicher zeigen müssen, wie positiv die Entwicklung durch das Schlosshöfe war. Vorher hatten wir dort eine Hallen-badruine, nun steht dort ein Einkaufszentrum, das die Menschen annehmen“, meint Michael Rosenkranz.

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Auch die Frage des Bundestrends wurde diskutiert. Parteichef Olaf Klaukien sah das historisch schlechte Oldenburger Wahlergebnis gerade durch die Entwicklung im Bund geprägt. „Die Grünen sind im Aufwind. Das haben wir jetzt in Oldenburg auch erlebt.“

Bei der SPD betrachtete man das Ergebnis der Grünen mit Gelassenheit. „Wir sind stärkte Partei, die Grünen liegen hinter uns. Wir können zufrieden sein“, meint Wolfgang Wulf. „Allefalls noch ein paar Prozentchen mehr“ hatte sich die scheidende Ratsfrau Jutta Bohne gewünscht. Und der Noch-Fraktionsvorsitzende Rainer Zietlow, der den Rat in sechs Wochen verlassen wird, freute sich. „Heute ist ein Grund zum Feiern.“

Bei der Feier der Freien Wähler/BFO, die den Wahlausgang im Athen an der Bloherfelder Straße verfolgten, war am Abend noch kein Kommentar zu bekommen. Man wolle sich erst nach dem Feststehen des amtlichen Endergebnisses äußern, hieß es dort.

Die WFO feierte im Mephisto an der Jägerstraße, auch wenn nicht so recht Stimmung aufkommen wollte. Einzig Franz Norrenbrock hatte ein wenig Grund zur Freude, er schaffte es wieder in den Stadtrat.

Bei den Linken, die im Beppo den Ausgang der Wahl verfolgten, stieg die Laune ebenfalls nicht. Gegenüber der letzten Wahl verschlechterten sich die Linken deutlich.






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