Marktplatz für den guten Zweck
Soziales Unternehmer und Initiativen sollen im Netz schneller zueinander finden
Gemeinsam für das Go-Projekt: Stefanie Blinzler (Präventionsrat), Bernhard Becker und Wolfgang Weinert. BILD: Kuchta 
von Thorsten Kuchta
Oldenburg - Viele Unternehmer und Bürger würden sich gern für soziale Initiativen engagieren – „aber wer sagt ihnen, wo sie das können?“ Dr. Bernhard Becker, Geschäftsführer der Comes Unternehmensberatung, hat diese Frage schon oft gehört – und Konsequenzen daraus gezogen. Zusammen mit dem Präventionsrat Oldenburg (PRO) und der Unterstützung der Stadt plant er einen virtuellen Marktplatz im Internet, auf dem Unternehmen (und Bürger) Unterstützung anbieten und soziale Initiativen sich auf einem Stadtplan mit ihrer Arbeit darstellen können. Zurzeit werden die Daten für das Vorhaben gesammelt, das unter dem Titel „Go! – gemeinsam in Oldenburg“ läuft.
Bislang, so hat Becker beobachtet, profitieren zum Großteil immer wieder die gleichen Initiativen von Spenden. Das habe damit zu tun, dass kleine Vereine oft unterhalb der Wahrnehmungsschwelle arbeiten, keine Plattform haben, um Spendern sich und ihre Arbeit vorzustellen – und Unternehmen gern auf Nummer sicher gehen und deshalb oft die bekannten Namen bedenken. „Wir denken aber, dass gerade in den Stadtteilen wertvolle, unterstützenswerte Arbeit läuft“, sagt Becker. Auch deswegen werden die Angebote auf einem Stadtplan verortet.
Der Initiator hat für die Entwicklung des Programms das Informatikinstitut Offis ins Boot geholt, die Ausgründung Info-Analytics hat eine Demoversion fertiggestellt. Für Stefanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrats, ist das Projekt passgenau: „Wenn man, wie wir, den Begriff Prävention weiter definiert – nicht als Verhinderungs-, sondern als Ermöglichungsarbeit – dann ist das ein ganz wichtiger Baustein für die soziale Entwicklung der Stadt.“ PRO wird das Projekt ins Laufen bringen und zunächst auch darüber wachen, dass die Angebote seriös und nachhaltig sind.
Becker ist sicher, dass Unternehmen sich allein aus Eigeninteresse künftig stärker als heute sozial engagieren müssen. Sein Credo: „Wenn wir nur einem Drittel der Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen in Oldenburg zu einem besseren Fundament für den Start ins Leben verhelfen, dann haben wir alle künftigen Fach- und Führungskräfteprobleme gelöst.“
Für den Aufbau des Datenpools zeichnet Wolfgang Weinert verantwortlich, ein pensionierter Verwaltungsbeamter. Er ist erreichbar unter Tel. 361 11 021 oder unter praeventionsrat@stadt-oldenburg.de
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