Viel Hilfe für einzigartiges Mausoleum
Geschichte Restaurierungsarbeiten kosten rund 800 000 Euro – Spende von Stiftung Denkmalschutz
Scheckübergabe (vorn von links): Rosemarie Wilcken, Dörte Lossin (beide Stiftung Denkmalschutz), Staatssekretär Thomas Kossendey, Christian Herzog von Oldenburg und Landschaftspräsident Horst Günter Lucke BILD: Torsten von Reeken 
von Klaus Fricke
Oldenburg - Es ist knapp drei Jahre her, da fiel der Herzog fast auf den Rücken. Bildlich gesprochen – und heute kann Christian Herzog von Oldenburg sowieso schon drüber lachen. Doch damals, als er erfuhr, dass es in das Mausoleum auf dem Gertrudenfriedhof hineinregnete und er den Kostenvoranschlag für die notwendige Grundsanierung erhielt, war ihm noch anders zumute.
Rund 800 000 Euro hatte Artur Saathof vom Oldenburger Architekturbüro Angelis und Partner für die Realisierung des gesamten Projekts angesetzt – kaum bezahlbar für die Herzoglich Oldenburgische Verwaltung Güldenstein allein. Die Eigentümerin des Gebäudes, in dem seit über 200 Jahren die Oldenburger Herzöge und Großherzöge sowie deren Angehörige ihre letzte Ruhestätte finden, musste sich nach Sponsoren umsehen. Das klappte bestens: Die Finanzierung steht inzwischen, weshalb Herzog Christian nun auch wieder lachen kann.
Dank der Unterstützung des Bundes und des Landes, der OLB-Stiftung, der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – die am Dienstag den ersten Spendenscheck in Höhe von 100 000 Euro an den Herzog überreichte – sind inzwischen die Handwerker in das Mausoleum im nördlichen Teil des Gertrudenfriedhofs eingezogen. Es gilt, eines der frühesten Zeugnisse der klassizistischen Architektur zu erhalten.
Von außen ist von dem Bau nicht mehr viel zu sehen. Völlig eingepackt nach Christo-Manier ist die Fassade, und auch im Inneren ist jeder Hinweis auf die Nutzung des Gebäudes verborgen. Statt Altar und Zierfiguren beherrscht das Stangengewirr eines riesigen Baugerüsts die Grablege der Oldenburger Herzöge. Im ersten Bauabschnitt werden Außenwände und Dach saniert, ab Herbst folgt der zweite Bauabschnitt mit der Restaurierung des Innenraums samt Spiegeldecke und Innen- einbauten.
Dass sich so viele Institutionen und Ministerien an der Förderung des Mausoleum-Projekts beteiligen, liegt in großem Maße an Wiebke Dreeßen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Sie wies nach, dass es sich hier um ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung handele. Das Mausoleum sei ein frühes und fast noch im Originalzustand befindliches Beispiel des Klassizismus’, es habe – „sehr ungewöhnlich“ – seinen Standort auf einem kommunalen Friedhof und sei nicht abgeschottet von den Bürgern, und es zähle deutlich zur europäischen Baukultur.
Als diese Expertise vorgelegen habe, seien die Türen zu den Fördertöpfen des Bundes offen gewesen, meinte Staatssekretär Thomas Kossendey, der den Staatsminister für Kultur, Bernd Neumann, für die Sache gewann. Und auch die Stiftung Denkmalschutz (die insgesamt 200 000 Euro Zuschuss geben wird) war angetan von der Idee. „Unsere Spende ist auch ein Stück Vermächtnis unseres verstorbenen Vorsitzenden Gottfried Kiesow“, erläuterte dessen Nachfolgerin Rosemarie Wilcken bei der Scheckübergabe das besondere Engagement der Institution.
Nun wird mit Hochdruck hinter der Fassaden-Schutzfolie gearbeitet. Im Jahr 2013 soll das Mausoleum wieder regenfest und baulich in Ordnung sein.
- Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Nichts ist danach mehr so, wie es war. Weder für die Erkrankten, noch für deren Familien. Spricht man mit Krebspatienten, erinnern sie sich an die Details jener Situation, als sie die Diagnose hörten.mehr
- Der Archivar des Oldenburger Turnerbundes (OTB) hat derzeit viel zu tun. Matthias Schachtschneider überarbeitet das Archiv des OTB. Es ist das größte und inhaltsreichste Archiv aller Oldenburger Turn- und Sportvereine.mehr
- Der englische Titel von „Verschwunden“, das jetzt im Staatstheater Premiere feiert, heißt „Missing (Looking for Grethel)“. Und schon ahnt man, welches Märchen der britische Autor Charles Way, Jahrgang 1955, zur Grundlage seiner Arbeit genommen hat.mehr
- Viele Bahnanlieger in Oldenburg können auf Lärmschutz schon im kommenden Jahr hoffen. Nach der Stadt will auch die GSG dem Vergleichsangebot der Bahn zustimmen. Und die privaten Kläger sowie die Initiativen IBO und LiVe teilten am Donnerstag mit: „Wir sind grundsätzlich vergleichsbereit“, so IBO-Vorsitzender Christian Röhlig.mehr
- Der Archivar des Oldenburger Turnerbundes (OTB) hat derzeit viel zu tun. Matthias Schachtschneider überarbeitet das Archiv des OTB. Es ist das größte und inhaltsreichste Archiv aller Oldenburger Turn- und Sportvereine.mehr


