Mädchen vieler Nationalitäten am Fußball
Türkischer Sv 60 Kickerinnen im Punktspielbetrieb – Übungsleiterinnen gesucht
Eingeschworenes Team: Im Türkischen Sportverein kicken Mädchen aus verschiedenen Kulturen. BILD: TSV Oldenburg 
Kreyenbrück - „Eine Vorreiterrolle im Mädchenfußball hat der Türkische Sportverein inne“, stellt Ulf Gebken, Leiter des Instituts Integration durch Sport und Bildung an der Universität Oldenburg, fest. In der kommenden Saison sollen in allen Altersstufen von den E-bis zu den A-Juniorinnen Mannschaften im Punktspielbetrieb mitspielen.
Diese beeindruckende Bilanz gelinge in Deutschland nur sehr wenigen Fußballvereinen, weiß Gebken. Unter Berücksichtigung der sozialen Rahmenbedingungen im Stadtteil Kreyenbrück sei es eine beachtliche Leistung und Entwicklung, dass mehr als 60 Mädchen mitspielten. Die Ehrenamtler im TSV müssten viel Engagement aufbringen, um die Elternschaft, die sich aus vielen Nationalitäten zusammensetzt, sowie den Trainings- und Spielbetrieb in den drei aktuell spielenden Altersgruppen zu organisieren.
Wie berichtet, steht der Sportplatz an der Klingenbergstraße aufgrund fehlender sanitärer Anlagen derzeit nicht zur Verfügung. Für das seit längerer Zeit herbei gesehnte geplante Vereinsheim hat die Stadt Oldenburg aber ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Nun müssen Vorstand, Vereinsmitglieder und Förderer des Vereins noch die Finanzierung sicherstellen. „Vor allem die jungen Kreyenbrücker Spielerinnen brauchen eine Anlaufstelle, damit die Gemeinschaft in den Mannschaften gefördert werden kann“, sagt Ulf Gebken. Der TSV habe sich darüber hinaus im Mick-Projekt (Mädchen kicken mit) vorbildlich engagiert und sehr viele Mädchen aus unterschiedlichen Kulturen an der Grundschule, der Hauptschule und der IGS Kreyenbrück zum Fußball geführt. „Für viele von ihnen ist der Türkische Sportverein zu einem Stück Heimat geworden. Umso wichtiger ist es, dass die Mehrheitsgesellschaft diese Entwicklung wertschätzt und unterstützt.“
Bundesweit gibt es laut Gebken bis auf Türkiyemspor in Berlin keinen Migrantenverein, der sich im Mädchenfußball unter diesen noch recht bescheidenen Rahmenbedingungen so engagiert. Der Verein braucht aber auch Hilfe: Dringend gesucht werden Übungsleiterinnen für die kickenden Mädchen in den Schulen und im Verein; Kontakt und Info bei Birgit Spingler, Tel. 0152/017 591 62.
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