Messe macht Lust auf Sommerurlaub
Weser-Ems-Halle „Caravan, Freizeit, Reisen“ am Freitag gestartet – Sonnabend auch Skandinavientag
Wir bauen uns unser eigenes Floß: Jan Gielis (links) wirbt in Halle 3 für ein besonderes Gemeinschafts-Projekt, das vor allem von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen genutzt wird. BILD: Karsten Röhr 
von Karsten Röhr
Oldenburg - Schlechte-Laune-Wetter: nass, kalt und grau. Nichts wie weg, oder wenigstens schon mal was planen. Der Andrang auf der „Caravan, Freizeit, Reisen“ zum Auftakt am Freitag bestätigt die Lust auf Sommer, oder wenigstens schon mal Frühling.
Wolfgang und Gerlinde Moje aus Großenkneten interessieren sich „vor allem für Wohnmobilstellplätze und -zubehör und die neuesten Modelle“, sagt Gerlinde Moje. Konkret hat ihr Mann einen neuen Spannungswandler im Auge. Aber der muss noch kurz warten. Denn im Hintergrund heißt’s „O’zapft is’!“ Otto Aufleger, der für Reisen nach Regensburg wirbt, hat ein Fässchen Weltenburger Kloster im Anstich, aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Wolfgang Moje greift mal zu. Nebenan bei Sinning Kreuzfahrten informieren sich Besucher über „die Welt der Traumschiffe“. Ludwig Sinning (Norden) sagt: „Die Kunden lassen sich durch das Unglück nicht verrückt machen.“
Auch Mittelweser, Ostfriesland und die „Vitalbäder im Osnabrücker Land“ werben hier. Im Durchgang wird sich beim „Käsepeter“ für Halle 3 gewappnet. Dort wirbt Dötlingen für seine „Ruhe, Natur und Gemütlichkeit“, sagt Carola Schumacher vom Campingplatz Aschenbeck.
„Was gut läuft“, sagt Michael Richter, der vor seinem Imken-Bus steht, „sind Reisen nach Masuren, auch Königsberg, ins Baltikum, viele deutsche Touren und England, dazu Radtouren an Donau, Main und Mecklenburger Seenplatte. Daneben steht ein Bus von Höffmann-Reisen. „Kribbeln im Bauch 2012“ steht auf dem Programm, das die Kunden sich – zu den anderen – untern Arm klemmen.
Dekostop macht Lust auf Tauchgänge, unter dem Logo „Premium Camps“ werben schöne Campingplätze, daneben trommelt Jan Gielis für Floßbauprojekte von „wsm funsport“. Der Lehramts-Student sagt: „Wir haben viele Klassenfahrten am Zwischenahner Meer, wo auch Surfstation und Jugendherberge sind, wir bringen das Material aber auch woanders hin.“ Der Bau fördere „Teambildung, Kreativität und Kooperation“. Eine Gruppe Manager hat sich in Holland ihr Floß gebaut.
Viele Wohnmobil-Anbieter zeigen ihre Gefährte, zum Teil auch günstigere Modelle für eine etwas jüngere Käuferschicht. Timo von der Kammer (Carthago) sagt: „Ich kann hier vielleicht nicht zehn Autos verkaufen, aber wir zeigen uns und hoffen, dass auch was hinterherkommt.“ Davon geht auch Jürgen Ahrens von Ahrens & Ullmann (Stuhr) aus, der in der Nachbarhalle das „Camp-Stand-Mobil“ anbietet – „mit dicker Isolierung, Thermopenfenstern, breiterer Eingangstür und einer Einrichtung nach Wunsch“.
Vorbei am kleinen blauen Motorkreuzer Albatros 670 geht’s zu den Falt-Design-Caravans. Zum ersten Mal sind die Holländer von Holtkamper aus Emmen hier – und begeistert. Stefanie Winkels sagt: „Wir besuchen sonst nur die ganz großen Messen, aber wir haben gesagt, wir müssen das hier mal probieren – und es ist toll: Es gibt ein sehr großes Interesse und viele sind total verblüfft.“ Der Trend sei ’back to the roots’, aber mit einem gewissen Luxus“. Die neuen Faltcaravans träfen das offenbar. Winkels: „Der deutsche Markt wächst extrem.“
Wolfgang und Gerlinde Moje sind aber schon festgelegt: „Wir fahren wieder mit unserem Wohnmobil los, an die Ostsee, wohl nach Binz oder Boltenhagen, da ist das Wasser immer da.“
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