Ines will Walen etwas flüstern
Reise Oldenburger Studentin geht als Naturschützerin in Dominikanische Republik
von Patrick Buck
Oldenburg - Ob sie Walisch könne? Diese Frage, frei zitiert aus der Unterwasserkomödie „Findet Nemo“, bekommt Ines Rülander derzeit häufig zu hören. Kein Wunder: Im Februar reist die 24-Jährige für vier Wochen als sogenannte Walflüsterin in die Dominikanische Republik. Dort soll sie den Buckelwalen ganz nahe kommen.
Die Sprache der riesigen Meeressäuger spricht Rülander, die in Oldenburg studiert und im ostfriesischem Rhauderfehn lebt, nicht. „Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Ohren haben.“ Aber ums Zuflüstern geht es bei ihrer Reise auch nicht wirklich. Vielmehr soll sie als eine Art Botschafterin die Dominikanische Republik und das dortige Walprojekt bekannt machen.
Der Walflüsterer 2012 wurde vom Fremdenverkehrsamt des Karibikstaates in Zusammenarbeit mit Sponsoren und dem „Zentrum für Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und ihrer Umgebung“ (Cebse) gesucht. Ein Besuch in Süd- oder Mittelamerika war schon immer Rülanders Traum, doch stets „fehlte das nötige Kleingeld“. Kein Wunder, dass sie von dem Wettbewerb sofort begeistert war.
Sofort spannte sie Freunde und Familie ein, um das geforderte Video zu drehen. Ihre kreativen Ideen – unter anderem flüsterte sie diversen Vertretern der ostfriesischen Tierwelt etwas in die Ohren – kamen so gut an, dass sie die Internet-Vorabstimmung gewann und ins Finale der besten Fünf einzog. Die anschließenden Antworten auf mehrere Fragen, die Rülander abermals per Video beantworten musste, überzeugten offensichtlich die Jury. Denn Ende November 2011 kam per Telefon die Botschaft, dass sie in die Karibik fliegen werde. „Da bin ich total ausgeflippt“, erzählt die Studentin.
3000 Buckelwale
Ihr Ziel ist nun die Halbinsel Samaná und deren Provinzhauptstadt Santa Barbara de Samaná. In der dortigen Bucht tummeln sich jährlich zwischen Januar und März rund 3000 Buckelwale, teilweise lassen sich in der Zeit 200 Tiere auf einmal beobachten – ein unglaubliches Naturschauspiel, dass stets zahlreiche Touristen anlockt.
„Das sind tolle große Tiere“, ist sich Ines Rülander jetzt schon sicher und hat auch ihre dortige Aufgabe bereits verinnerlicht. „Ich kann nicht verstehen, dass Walfang in manchen Nationen immer noch erlaubt ist“, sagt sie, die sich auch in ihrer Heimat für den Naturschutz einsetzt.
Bootsfahrten
Um dieses Thema soll es auch auf ihrer Reise gehen. Rülander wird wissenschaftliche Bootsfahrten zu den Walen begleiten, Touristen informieren, das Büro unterstützen, aber auch ins Landesinnere reisen. Von ihren Erlebnissen soll sie dann in Text- und Videobeiträgen berichten. Zwar bekommt sie neben dem Flug ein gutes Hotel gestellt, aber sie macht keinen Urlaub. „Ich bin eine Art Praktikantin“, sagt sie, und man merkt ihr an, dass sie sehr motiviert ist.
Ganz genau weiß die 24-Jährige noch nicht, was sie erwartet. Aber dass sie Außergewöhnliches erleben und viel lernen wird, ist sicher. Sie hofft, dass sie ihr Spanisch, das derzeit allenfalls ein paar einfache Phrasen aufweist, verbessern kann. Und vielleicht schnappt sie ja sogar ein paar Brocken Walisch auf.
@ Infos: http://www.walfluesterer.de
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