Feurige Tänze erzählen Liebesgeschichte
Kultur „Magic of the Dance“ begeistert Oldenburger Publikum – Lustige Episoden sorgen für Stimmung
Dynamik und Körperbeherrschung vereint: Hauptdarsteller Ciaran Maguire begeisterte mit seinen Stepptanz-Einlagen das Oldenburger Publikum. Die weiteren Mitglieder des Ensembles schauen staunend zu. BILD: Piet Meyer 
von Lars Blancke
Oldenburg - In Kutten als Mönche verkleidet schreiten zwölf Gestalten durch das gespannte Publikum. Mit brennenden Fackeln in der Hand heizen sie die Stimmung von Beginn an ein. Zu mystischer Musik wird eine blonde Schönheit auf Schultern auf die Bühne getragen. Nur wenige Sekunden später erklingt irische Musik,und die Darsteller beginnen das zu machen, was sie am besten können – Tanzen, bis die Füße brennen.
Schon der Auftakt der Tanzshow „Magic of the Dance“ am Donnerstagabend vor über 1000 Zuschauern in der Weser-Ems-Halle machte Lust und Neugier auf das, was die Veranstalter versprechen: die spektakulärste irische Tanzshow der Welt. Und die Tänzer und Tänzerinnen halten dieses Versprechen. Mit herumwirbelnden Füßen, Sprüngen und kraftvoller Körperbeherrschung gepaart mit Energie und Leidenschaft begeistern sie in dem rund zweistündigen Programm.
Dämonen stören Liebe
Erzählt wird eine Liebesgeschichte, die aus der Feder von Hollywoodstar Christopher Lee stammt. Die Choreografie kommt vom achtmaligen Weltmeister John Carey. Die beiden Hauptdarsteller Ciaran Maguire und Colette Dunne verlieben sich. Sie wollen mit irischen Auswanderern in eine neue Welt aufbrechen, um vor der Hungersnot in der Heimat zu fliehen und werden auf ihrem Weg wiederholt von Dämonen angegriffen. Die düsteren Figuren werden angeführt von Dermot Cullen und Michelle Lawrence – beide mehrmalige Weltmeister der „World Irish Championship“. Wenn sie auf der Bühne tanzen, wird es laut, kraftvoll, energisch, und das Feuer fängt an zwischen den Tänzern zu lodern.
Lichteffekte und laute Pyrotechnik sorgen immer wieder für die audio-visuelle Abwechslung bei den Zuschauern. Und für den lustigen Teil der Show sind ein farbiger Matrose, der auf einem Flüchtlingsschiff zwischen Putzeimern und Fässern den unmittelbaren Kontakt zum Publikum sucht und es zum rhythmischen Mitklatschen auffordert, und Tänzer Bryan Berry verantwortlich. Im legendären amerikanischen „Cotton Club“, der genau wie zuvor irische Landschaften und mysteriöse Friedhöfe auf die Leinwand projiziert wird, holt er drei Zuschauer mit auf die Bühne: Helmut, Dirk und Heinz. „The drinks are cold, the women are hot und the music is hotter. So look at the girls and be sexy“, lautet seine kurze Ansage an die drei neuen Hauptakteure. Diese bekommen in der Folge eine Einführung in den Stepptanz, ziehen sich gut aus der Affäre und werden dafür vom Publikum mit verdientem lautstarken Applaus belohnt.
Füße brennen zum Ende
Danach gilt die volle Aufmerksamkeit wieder dem Ensemble: In Karohemden gekleidete irische Volkstänzer liefern sich einen mitreißenden Wettbewerb mit den „New York Tap All-Stars“, die in ihren schicken Smokings die Atmosphäre aus dem klassischen Amerika Anfang des 20. Jahrhunderts transportieren. Zunächst abwertende Blicke des Gegners enden in einem gemeinsamen Feuerwerk an Steppschritten.
Am Ende, nachdem er sein Glück in der Hochzeit mit seiner Geliebten gefunden hat, tanzt Ciaran Maguire noch einmal, bis ihm die Füße brennen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der Zugabe zeigt der Hauptdarsteller begleitet von stehenden Ovationen des Publikums ein abschließendes Solo mit brennenden Schuhen und tollen Stepptanz-Künsten – ganz nach dem Motto der Show: „There is only the dance“.
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