Oldenburg: Wohnung wird zur Schlammwüste
Rohrbruch Hauseigentümer befürchtet hohen Schaden in mehreren Appartements
von Oliver Bloch
Bloherfelde - Manchmal hilft nur noch Galgenhumor. „Entschuldigung, aber ich habe heute nicht geputzt“, sagt Reiner Hansla an der Tür mit bitterer Miene. Dabei hat er nach eigener Aussage das Gröbste schon beseitigt. Doch noch immer gleicht seine Wohnung einer Schlammwüste. „Vor wenigen Stunden steckten wir hier knöcheltief im Morast“, erzählt der Eigentümer.
Am frühen Freitagmorgen war ein Wasserrohr vor seinem Haus in der Bloherfelder Straße gebrochen. „Ein Passant hat uns darauf aufmerksam gemacht“, berichtet Mieterin Christin Bley. Vom „Schock in der Morgenstunde“ spricht auch Hansla. „Die drei Wohnungen im Erdgeschoss standen sofort unter Wasser.“
Eine weitere Folge: Der Strom musste für ein paar Stunden abgestellt werden, die Heizung funktionierte ebenfalls nicht. Noch immer klebt bei jedem Schritt der Dreck unter den Schuhsohlen. „Jetzt weiß ich, wie sich Flutopfer fühlen“, sagt Hanslas Frau Ina. Ab Mittag begannen Fachfirmen dann damit, den gröbsten Schaden zu beheben. Das Rohr wurde abgedichtet, mit der Trockenlegung der Wohnungen begonnen. Dennoch befürchtet Hansla das Schlimmste: „Vielleicht müssen wir das Haus sogar abreißen, aber das muss der Gutachter entscheiden.“ In dem Gebäude aus dem Jahr 1910 wohnt er seit 15 Jahren.
Von den Verantwortlichen fühlt sich Hansla allerdings im Stich gelassen. „Ich habe den Schaden nicht verursacht, zahle regelmäßig meine Gebühren und soll jetzt, wie mir gesagt wurde, als Eigentümer noch dafür aufkommen“, schimpft er.
Zuständig für die Trinkwasserversorgung in der Stadt ist die VWG, die Betriebsführung des Netzes liegt aber laut Pressesprecher Morell Predoehl bei der EWE. Vom konkreten Schaden war Predoehl jedoch nichts bekannt. „Sollten wir verantwortlich sein, kümmern wir uns selbstverständlich darum“, sagte er. Dass der starke Frost den Bruch verursacht habe, sei möglich, aber spekulativ. Die NWZ -Recherchen bei der EWE gingen hingegen ins Leere. Eine Stellungnahme war bis Freitagabend nicht zu bekommen.
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