Demonstranten lassen Ofenerdiek (fast) stillstehen
10. Monats-Demo Straßenblockaden aufgebaut – Hans-Henning Adler Gastredner
Hier geht’s nicht weiter: Die Demonstranten blockierten am Montag für einige Minuten Straßen in Ofenerdiek. BILD: Piet Meyer 
Ofenerdiek - „Ofenerdiek steht still“ hieß das Motto der zehnten Ofenerdieker Monats-Demo. Etwa 150 Protestler machten sich mit Polizeibegleitung am Montagabend vom Parkplatz des Edeka-Neukauf-Marktes auf den Weg, um an den neuralgischen Verkehrspunkten im Stadtteil Straßenblockaden zu errichten. Autos, Motorräder und Busse hatten für etwa 20 Minuten (fast) keine freie Fahrt.
Auf diese Weise wollten die Organisatoren der Demo (Arbeitsgemeinschaft Ofenerdieker Vereine, Handel und Gewerbe Ofenerdiek, Bürgerverein Ofenerdiek) zeigen, wie sich die Situation ab August im Stadtteil entwickeln könnte, wenn durch den Bahnverkehr zum und vom Jade-Weser-Port die Schranken noch öfter unten sind.
Ganz friedlich blieb es diesmal nicht: Bei der Blockade am Forellenweg kam es zu einer hitzigen Diskussion mit der Polizei, die nicht mit der kompletten Sperrung einverstanden war. Es wurde sogar die Bundespolizei eingeschaltet. Nachdem die Blockade wieder aufgehoben war, marschierten die Demonstranten zurück zum Parkplatz.
Diesmal war der Oldenburger Landtagsabgeordnete und Ratsherr der Linken, Hans-Henning Adler, als Gastredner eingeladen. Und der betonte vorab, dass für den Klimaschutz eine verkehrspolitische Wende nötig sei. Es müsse also mehr Verkehr auf die Schiene, und das Schienennetz müsse ausgebaut werden. Das bedeute aber auch, dass für die Begleitumstände die notwendigen Maßnahmen finanziert werden müssten.
Adler: „Den durch den Jade-Weser-Port zusätzlich erzeugten Bahnverkehr – wir reden über 70 bis 80 zusätzliche Züge und die überwiegend nachts – auf der bestehenden Strecke durch Oldenburg fahren zu lassen, ist eine Provokation, ein Anschlag auf unsere Gesundheit und eine Beleidigung des sich in Bürgerinitiativen artikulierenden Bürgerwillens.“
Derzeit seien Finanzmittel nur für den zweispurigen Ausbau der Bahnstrecke nach Wilhelmshaven bereitgestellt worden, – nicht aber für die Elektrifizierung und damit für den Lärmschutz. „In Ofenerdiek ist zu Recht darauf hingewiesen worden, dass zusätzliche Züge ein Problem verschärfen, das hier schon lange besteht: die Schließzeiten an den Bahnübergängen. Das ist jetzt schon unerträglich. Wie soll es erst werden, wenn die zusätzlichen Züge kommen?“ fragte Adler.
Die Linke begrüße den Lösungsvorschlag, den die Ofenerdieker Vereine hier für einen Bahnübergang ohne Schranken und ohne Wartezeiten ausgearbeitet haben, betonte der Politiker. Eine andere Variante, bei der kein Zugverkehr aus Wilhelmshaven durch Ofenerdiek rollen würde, sei die von der Linken vorgeschlagene Alternativ-Trasse direkt am Fuß des Damms der A 29.
Spezial: Bahnlärm in Oldenburg
Betrache man die Situation von dem, was zurzeit finanziert sei, „dann bekommen wir den gesamten Eisenbahnverkehr einschließlich des Mehrverkehrs des Jade-Weser-Ports durch Oldenburg und Ofenerdiek. Das kann nicht hingenommen werden“. In dieser Situation müssten alle Beteiligten offen sein für Alternativplanungen und vorurteilsfrei alle möglichen Lösungen diskutieren und abwägen, so Adler. Er ermutigte die Ofenerdieker, weiter für ihre berechtigten Interessen einzutreten.
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