Völkerverständigung mit Gesang
Proben Chor Bundschuh bereitet sich auf Konzert mit Bremern und Groningern vor
Gibt den Takt im Wechsel mit seinen Kollegen vor: Robert Brüll dirigierte gleich drei Chöre bei den Proben. BILD: Oliver Bloch 
von Oliver Bloch
Oldenburg - Robert Brüll hatte alle Hände voll zu tun. Der Leiter des Oldenburger Chores Bundschuh dirigierte bei den aktuellen Proben nicht nur seine 50 Sängerinnen und Sänger, sondern auch die Mitglieder des „4 Mei“-Projekts aus Groningen und der Bremer Chorwerkstatt. Allerdings im Wechsel mit den Kollegen Pieter Kole (Groningen) und Christian Höffling (Bremen). In der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne übten die drei Chöre für ihren ersten gemeinsamen Auftritt.
Der erfolgt aus besonderem Anlass und auf Initiative der Groninger Sänger. Denn am 4. Mai gedenken die Niederländer der Befreiung von den deutschen Besatzern am Ende des Zweiten Weltkriegs. Seit 1979 gibt das Groninger „4 Mei“-Projekt an diesem symbolischen Tag ein Konzert und richtet die Aufmerksamkeit dabei auf Krieg, Gewalt und Unfreiheit sowie deren Überwindung.
„Wir hatten schon länger die Idee, zu diesem Anlass ein Konzert mit deutschen Chören zu organisieren, im Namen der Völkerverständigung“, sagte Pieter Kole. Das Projekt trägt den Titel „Schrittweise“. Denn „es ist wichtig, dass Niederländer und Deutsche als Nachbarn aufeinander zugehen“, erläuterte er.
Beim Chor Bundschuh stieß die Idee laut Brüll auf einhellige Begeisterung. „Aber aufgrund der Geschichte wird unser Auftritt in den Niederlanden nicht so einfach“, mutmaßte der Dirigent und erinnerte an den deutschen Überfall 1940. „Die Gedenkfeiern sind sehr emotional, es ist nicht irgendein Konzert.“ Angst, nicht freundlich empfangen zu werden, habe er aber nicht. Im Gegenteil. Darin bestärkte ihn auch sein niederländischer Kollege.
Doch vor dem Konzert in Groningen am 4. Mai feiern die drei Chöre am 14. April (20 Uhr, Uni-Aula) in Oldenburg die Premiere ihres Projektes. Das Finale erfolgt dann am 6. Mai in Bremen.
Musikalisch jedenfalls liegen die drei Ensembles schon auf einer Wellenlänge, wie sie feststellten. „Wir haben uns schnell aneinander gewöhnt, der Eindruck war großartig“, lobte Brüll. Die drei Chöre kommen mit den jeweiligen Dirigenten zurecht und umgekehrt.“ Das Programm gestalten die drei im Wechsel, vier Stücke singen sie gemeinsam: 135 Sängerinnen und Sänger werden dann die Völkerverständigung auf der Bühne vorleben.
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