EVERSTEN, 9. Februar 2012


Auch bei Frost kein bisschen Heimweh

Schüleraustausch 14 junge Argentinier im Gymnasium Eversten – Gegenbesuch schon geplant


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Bibbern mit den Gastgebern: Die Austauschschüler halten in Eversten die argentinische Flagge hoch. BILD: Patrick Buck  Bild vergrößern

Seit Dezember sind die Jugendlichen aus Argentinien in Oldenburg. Sie haben ihre bereits guten Kenntnisse der deutschen Sprache verfeinert.

von Patrick Buck

Eversten - Sommer und Temperaturen um die 30 Grad: Das könnten die 14 Jugendlichen gerade genießen, wenn sie in ihrer Heimat Argentinien geblieben wären. Nun bibbern sie zwar gemeinsam mit ihren Gastgebern im Tiefkühlschrank Oldenburg, Heimweh stellt sich dennoch nicht ein. Viel zu spannend verläuft der Schüleraustausch mit dem Gymnasium Eversten (GEO).

Bereits seit Dezember lernen die Schülerinnen und Schüler aus Villa General Belgrano, einer Kleinstadt in der Provinz Córdoba, das Leben in Norddeutschland kennen. Immer auf der Suche nach den kleinen oder großen kulturellen Unterschieden.

Beispiel Heiligabend: Dass die Deutschen bereits um 18 Uhr zur Bescherung riefen und am Abend einfach ins Bett gingen, war für die Argentinier neu. „Das war seltsam. Alle gingen schlafen, nur wir warteten noch bis Mitternacht auf den Weihnachtsmann.“ Das sei bei ihnen so Tradition, erzählt Ania Schuler in sehr gutem Deutsch.

Die sprachlichen Fertigkeiten und der doch recht vertraut klingende Name der Argentinierin sind ihrem Heimatort geschuldet. In Villa General Belgrano leben viele Nachkommen von deutschen, schweizerischen und norditalienischen Einwanderern. Ein paar deutsche (oder vielleicht eher bayerische) Bräuche haben hier die Zeit überdauert. Es gibt zum Teil alpine Architektur und ein Oktoberfest. In der deutschen Schule, mit der das GEO den Austausch organisiert, lernen die Schüler auch Deutsch.

Doch nicht immer scheint das Wissen der Vorfahren so ganz in die heutige Zeit gerettet worden zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Argentinier so sehr von den Süßigkeit in Deutschland schwärmen, wo es doch in ihrer Heimatstadt ein Schokoladenfest gibt. „Ich glaube, wir haben hier alle zugenommen“, scherzt Sol Freire.

Natürlich gibt es auch Dinge (nicht nur kulinarischer Natur), in denen die Argentinier wiederum unschlagbar sind. Dies zu zeigen, wird die Aufgabe während des Gegenbesuchs sein. Denn in der kommenden Woche geht’s für die Südamerikaner zurück in die Heimat. Etwa einen Monat später wird die Spanisch-AG des GEO (9. und 10. Klasse) ihnen folgen, um einen Monat lang die Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Die Vorfreude ist bereits groß, auch weil die moderne Technik die Vorabkommunikation verbessert hat und sich dadurch die Kennenlernphase einfacher gestalten wird. „Wir sind schon mit den Familien über Facebook in Kontakt“, erzählt Paul Miksa. Die freuten sich bereits auf ihre Gäste. „Und wir freuen uns, dass es dort warm ist.“

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