Die neun kessen Damen vom Kegelkeller
Fidele Kegelkugel Vereinsrunde trifft sich seit 40 Jahren – Geselligkeit wichtiger als sportlicher Ehrgeiz
Stoßen an (von links): Marianne Wilkens, Gunda Rogge, Angela Friedel, Ursula Brunjes-Gießler, Hella Wempe, Traudl Michels, Marga Ahlers, Alwine Hoting; Hildegard Wöbken fehlt Feierten damals ihr 25-jähriges Bestehen: Schon 1997 berichtete die NWZ BILD: Ausriss: Thorsten HellmerichsUlf Middendorf 
von Evelyn Eveslage
Etzhorn - Verwirrt, irritiert und mindestens überrascht reagieren die Gastwirte, wenn Uschi Brünjes-Gießler den Besuch ihres Vereins „FKK“ telefonisch ankündigt. „Das ist immer köstlich mitzubekommen, wie die Leute dann befürchten, dass ihnen bald eine Nudistentruppe auf der Matte steht“, erzählt die 57-Jährige Kegelmutter des Vereins.
Doch spätestens wenn die neun patenten Damen des Vereins „Fidele Kegelkugel“ dann voll bekleidet in Erscheinung treten, ist Entwarnung angesagt. Bereits seit 1972 treffen sich die Frauen alle vier Wochen regelmäßig im Müggenkrug. Schon zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 1997 formulierten die fidelen Keglerinnen die inoffizielle Satzung „nachmittags ohne Männer eine ruhige Kugel zu schieben“.
Momentan gehören neun Frauen zu der pfiffigen Damenrunde, die ältesten sind über 80 Jahre alt. Bereits seit der Gründung sind Hella Wempe, Marga Ahlers und Marianne Wilkens dem Verein treu geblieben. Mit 57 Jahren ist Uschi Brünjes-Gießler die Jüngste im Club – und seit 32 Jahren Kegelmutter. „Damals hieß es, dass bei dieser Aufgabe jedes Jahr rotiert wird. Ich hab mir gedacht, dass ich damit anfange – und dann mehrere Jahre Ruhe hab. Aber nein, ich bin es dann geblieben!“, sagt Brünjes-Gießler und lacht. Nun hält sie den Verein zusammen, kümmert sich um die Finanzen und organisiert das traditionelle Königskegeln in Kombination mit Spargelessen – oder auch Stippvisiten in anderen Lokalen.
„Voraussetzung für unseren Besuch ist ein Vorrat unseres Vereinsgetränks: Wodka-Feige“, schränkt Brünjes-Gießler die Auswahl anderer Gaststätten mit einem Schmunzeln ein. Gekegelt wird tatsächlich immer, nicht aber mit olympischen Ehrgeiz.
Wichtiger ist den fidelen Damen das nachmittägliche Beisammensein und das entspannte Plaudern über „Gott und die Welt“. „Bei Feiern laden wir uns auch gegenseitig ein“, berichtet die Kegelmutter. Wer Mitglied werden möchte, kann sich unter Tel. 38 10 67 melden.
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