OLDENBURG, 23. Februar 2012


Die Szene probt den Aufstand

Premiere „Der (kommende) Aufstand“ eröffnet das Theaterfestival „Go West“


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Ein sinnlicher Theaterabend: „Der (kommende) Aufstand BILD: HANS JOERG MICHEL  Bild vergrößern

Staatstheater und Künstler aus Berlin, Holland und Belgien kooperieren. Das Stück fußt auf Texten von Schiller.

von Simone Wiegand

Oldenburg - „Der (kommende) Aufstand“ heißt die Uraufführung, mit der das wiederkehrende Festival „Go West“ im Oldenburgischen Staatstheater eröffnet wird. In der Premiere stehen Hartmut Schories und Rüdiger Hauffe vom Staatstheater zusammen mit sieben Darstellern und Musikern aus Berlin, Belgien und Holland gemeinsam auf der Bühne.

Allein schon wegen dieser ungewöhnlich heterogenen Besetzung ist „Der (kommende) Aufstand“ nicht in wenigen Worten zu beschreiben. „Es ist eine Co-Produktion auf vielen Ebenen“, sagt Alexander Karschnia von der Berliner Theatergruppe andcompany&Co., die Inszenierung und Konzept in die Hand genommen hat: „Das Stück ist eine Art Remix aus sprachlichen und musikalischen Zitaten, eine Zeitreise durch die vergangenen vier Jahrhunderte.“ Denn vor genau 444 Jahren wurde in den Niederlanden eine Freiheit geboren, deren Ende die Theaterszene in Holland derzeit erlebt, nachdem die Regierung einen Großteil des Budgets gestrichen hat.

Inhaltlich fußt „Der (kommende) Aufstand“ auf einer historischen Abhandlung von Friedrich Schiller. Darin geht es um den „Abfall der Niederlande“ von der spanischen Regierung. Für Schiller war der Aufstand (1568-1648) ein leuchtendes Beispiel für den Beginn von Freiheit für Bürger, Märkte und Staaten. Seine philosophisch-politischen Gedanken über Freiheit verarbeitete Schiller auch im Drama „Don Carlos“ (1787), den Sohn des spanischen Königs Philipp II. Und auch Goethe nahm die Befreiung der Provinzen zum Anlass für sein Trauerspiel „Egmont“ (1789).

Muss man sich nun zuerst mit politischen Schriften und den Dramen von Schiller und Goethe beschäftigen, um den (kommenden) Aufstand zu verstehen? „Nein“, verspricht Alexander Karschnia, „wir kommunizieren mit großer Direktheit, mit viel Musik und auch Witz. Es wird ein sinnlicher Abend, an dem es viel zu entdecken gibt.“

Der bildende Künstler Jan Brokof hat in der Exerzierhalle eine Bühne auf der Bühne gebaut, die im Verlauf des knapp zweistündigen Abends eine Metamorphose erlebt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes der Aufstand geprobt.

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