Lebensretter ziehen Nachwuchs an Land
Wachtag Rettungsschwimmer stellen Kindern ihre Arbeit vor – Bootsfahrt
Neugierige Kinder lernten während des Wachtages am Südstrand hautnah die Arbeit der Rettungsschwimmer kennen. Das machte ihnen sichtlich Spaß. BILD: björn lübbe 
von Stephan Giesers
Wilhelmshaven - Ein aufblasbares Mini-Planschbecken steht am Fliegerdeich, daneben liegt eine rote Rettungsboje. Die kennt man aus dem Fernsehen – „Baywatch“.
Dass es die Wilhelmshavener Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft (DLRG) auch mit dem großen „Planschbecken“ Jadebusen aufnehmen können und eine wichtige Aufgabe erfüllen, zeigten sie am Dienstag während des Wachtages am Südstrand.
Kinder entern Schlauchboot
Kinder enterten das Schlauchboot „Tonndeich“, andere paddelten eine Proberunde auf dem Rettungsbrett. Luca (10), Johannes (11), Viktor (9) und Alexander (10) blieben zunächst an Land und stürmten einen Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe. Von Sanitäter Carsten Noellen ließen sie sich alle Türen und Fächer im Inneren des Fahrzeuges öffnen: EKG, Sauerstoffgerät, Wärmedecke und Kanülen – „ganz schön spannend“, sind sich die Kinder einig.
Der Höhepunkt der Veranstaltung stand da noch aus: Eine Fahrt im Rettungsboot. Der Wachtag ist Teil des Sommerferienprogramms der Stadtjugendpflege und für den DLRG eine gute Gelegenheit, um Vereinsnachwuchs zu gewinnen. Die 17-jährige Sarah Liebner ist ein gutes Beispiel dafür, dass es funktioniert.
Beispiel für Engagement
Vor vier Jahren besuchte die Wilhelmshavenerin einen Wachtag in den Ferien, inzwischen ist sie Jugendvorsitzende der DLRG Wilhelmshaven. Neben dem aktiven Wachdienst am Strand kümmert sie sich um die Jugendarbeit, organisiert Fahrten. „Mit 16 Jahren können Jugendliche in den aktiven Dienst einsteigen“, erzählt Stephan von Wecheln, technischer Leiter in der Ortsgruppe Wilhelmshaven. Voraussetzung sei das Rettungsschwimmerabzeichen Silber und ein gültiger Erste-Hilfe-Schein. Ausbildung und Jugendförderung nehmen deshalb in der Ortsgruppe einen großen Stellenwert ein. Das Gemeinschaftsgefühl ebenfalls. Während die Kinder spielerisch die Arbeit der Rettungsschwimmer kennen lernten, hatte Profi Claudia Schmied-Prediger (44) den Strand im Blick. In diesem Sommer ist die Kölner Rettungsschwimmerin für 19 Tage als Wachleiterin für die Mannschaft in Wilhelmshaven zuständig. „In Wilhelmshaven verbringe ich jeden Sommer meinen Jahresurlaub“, sagt sie und erinnert so daran, dass die wichtige Arbeit des DLRG von Ehrenamtlichen geleistet wird.
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Städtler will Stadt neu ordnen
Die Aufgabe reize ihn, sagt Thomas Städtler. Der Bürgermeister der 14 000-Einwohner-Stadt Löningen im Kreis Cloppenburg betont, dass er in Wilhelmshaven viele Baustellen sieht, die er bearbeiten will, falls er im September 2011 zum Oberbürgermeister gewählt würde.
Städtler (49) ist einer von drei Bewerbern, die von Wilhelmshavens Sozialdemokraten zum OB-Kandidaten gekürt werden möchten. Er habe sich auf eine Anzeige der SPD beworben. Städtler setzt auf den Jade-Weser-Port, will als oberster Wirtschaftsförderer der Stadt Lobbyarbeit für den Containerhafen und das geplante Güterverkehrszentrum betreiben.
Weniger glücklich ist er mit der zweiten Großbaustelle in der Stadt, dem Kohlekraftwerk. „Atommeiler und Kohlekraftwerke sind Technologien aus der Vergangenheit“ – aber natürlich müsse die Stadt ihre rechtlichen Verpflichtungen einhalten. Die Zukunft aber gehöre den regenerativen Energien. Zurückdrehen will Städtler auf jeden Fall die Zersplitterung des „Konzerns Stadt“ in 49 Gesellschaften und Eigenbetriebe. Die Wirtschaftsförderung müsse gebündelt und eng ans Rathaus angebunden werden.
Städtler hat u.a. beim Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven, beim Bundeswirtschaftsministerium sowie als stellv. Behördenleiter beim Amt für Technik und Beschaffung gearbeitet. Er stehe in Wilhelmshaven für einen Neuanfang – in der Stadt und in der SPD.
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