WILHELMSHAVEN, 29. Juli 2010


Jungtiere wagen muntere Tänzchen im Watschelschritt

Aquarium Putzmunterer Nachwuchs bei Magellan-Pinguinen – Gentest soll Geschlecht bestimmen


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Die beiden jungen Magellan-Pinguine lassen sich von den Tierpflegerinnen Ingrid Häner (li.) und Lina Arnskötter gerne auf den Arm nehmen. BILD: Knothe  Bild vergrößern

sg

Wilhelmshaven - Es ist 9 Uhr, das Frühstück ist längst beendet. Anderthalb dicke Heringe gab es am Stück. An eine Pause ist im Aquarium Bullermeck in Wilhelmshaven aber nicht zu denken. Der hungrige Pinguin-Nachwuchs hält Leiter Winfried Hochstetter und seine Mitarbeiter ordentlich auf Trab.


22 Sprotten pro Mahlzeit
Groß sind sie geworden und wollen nun neugierig die Welt entdecken. Gut 22 Sprotten verputzten sie während einer Fütterung in der ersten Phase der Aufzucht. Und das Konzept ist aufgegangen. „Die sind kräftig und wie verspielte Welpen“, sagt Hochstetter auf dem Weg in den Keller der Strandhalle.

Dort haben die beiden Jungtiere zurzeit ihr eigenes Gehege – direkt in der Mitte der Tanzfläche, auf der früher Paare schwoften. Jetzt watscheln die Pinguine aufgeregt im Kreis, als würden sie ein Tänzchen aufführen. Und ihr kleines Häuschen aus Torfklötzen nehmen sie regelmäßig auseinander.

Kurz nach Ostern hatte Pinguin-Dame „Antonia“ zwei Eier gelegt und pflichtbewusst gebrütet. Mit Erfolg. Zwei kräftige Jungtiere aus einem Nest – für Hochstetter ist es eine kleine Sensation: „Die Nachzucht ist hervorragend geglückt.“

Da der Magellan-Pinguin inzwischen vom Aussterben bedroht sei, ist das um so erfreulicher. Viele Zoos seien bislang mit der Nachzucht gescheitert. Und im Unterschied zum aktuellen Pinguin-Nachwuchs im Zoo Jaderberg hätte man in Wilhelmshaven bewusst auf eine Handaufzucht verzichtet.

Den Eltern ginge es ebenfalls ganz hervorragend. Diese interessieren sich aber inzwischen nicht mehr für ihren gut drei Monate alten Nachwuchs. „Völlig normal“, beruhigt Hochstetter.

Die Jungtiere waren von den Eltern schließlich getrennt worden, da sie dem Beckenrand im Pinguingehege gefährlich nahe kamen. Erst nach der ersten Mauser haben die Jungtiere ihr Schwimmgefieder bekommen, ohne das die Tiere vermutlich ertrunken wären. Inzwischen wagen sie sich vorsichtig ins kalte Wasser.

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Ein weiteres Problem: Die Jungen bettelten ihre Eltern unersättlich um Futter an. „Antonia“ und „Dagobert“ sowie „Pünktchen“ – das zweite Weibchen in der Pinguin-WG, hätten in dieser Zeit stark abgebaut. Nun können sie sich erholen.


Pinguine brauchen Namen
Eine Herausforderung wartet noch auf die Mitarbeiter des Aquariums, denn die jungen Magellan-Pinguine brauchen noch Namen. Zuvor soll ein Gentest ihr Geschlecht bestimmen. „Dafür wird eine kleine Federprobe entnommen und im Labor untersucht“, erklärt Winfried Hochstetter.

Wenn die Ergebnisse feststehen, will das Aquarium die Bürger an der Namenssuche beteiligen.




 



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