WILHELMSHAVEN, 1. September 2010


Noch Kurzarbeit in Bau- und Hafenfirmen angemeldet

Arbeitsmarkt Stillstand der Raffinerie wirkt sich aus – Start ins Ausbildungsjahr – 75 offene Lehrstellen


kl

Wilhelmshaven - Noch nicht überall auf dem Wilhelmshavener Arbeitsmarkt herrscht „eitel Sonnenschein“. Diese Ansicht begründete Rudolf Hempfling, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wilhelmshaven, gestern unter anderem mit den 90 Unternehmen – insgesamt 884 Mitarbeiter, in denen derzeit noch Kurzarbeit gefahren wird.

Davon betroffen sind hauptsächlich Betriebe aus der Metall- und Baubranche sowie Firmen aus dem Hafenbereich, die unter anderem unter dem Stillstand der Raffinerie zu leiden haben. „Diese Betriebe müssen jetzt neue Geschäftsfelder für sich finden. Das dauert“, sagte Hempfling.

Insgesamt sei der Arbeitsmarkt jedoch im August wieder „auf Linie“ gewesen, fasste Hempfling während der Vorstellung der aktuellen Statistik zusammen. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 9,2 Prozent. Im Juli waren die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt angestiegen (Quote: 9,3 Prozent). Das war vor allem einer hohen Jugendarbeitslosigkeit geschuldet. Nachdem am 1. August viele unter 25-Jährige eine Ausbildung begonnen haben, sind sie aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden und die Zahl der Verbliebenen von 826 im Juli auf 774 im August gesunken. Eine weitere Verbesserung in diesem Bereich verspricht sich Hempfling auch für den September. Denn auch jetzt beginnen noch Ausbildungsverhältnisse. Jugendliche, die noch nicht „ausbildungsreif“ sind, werden ab September in vorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur für die Berufswelt qualifiziert.

Derzeit sind 295 Jugendliche noch ohne Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 75 Lehrstellen, die noch nicht besetzt werden konnten. Das liegt auf der einen Seite daran, dass die Bewerber die qualitativen Voraussetzungen für die jeweilige Arbeit bisher nicht erfüllten. Auf der anderen Seite sind Jobs dabei, die scheinbar niemand machen möchte. „Alle wollen die Wurst essen, aber keiner will sie anfassen“, nannte der Agenturchef das Beispiel der Fleischereifachverkäuferin.

Allgemein seien Berufe in der Lebensmittel- und Gaststättenbranche nicht besonders gefragt. „Das liegt unter anderem an den Arbeitszeiten“, erklärte Carmen Giss, Leiterin des Jobcenters Friesland.

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