WILHELMSHAVEN, 6. November 2011


Wilhelmshavener Milchbauer betört als „Mister Juni“

Menschen Reent Weerda als Fotomodell für Kalender „Echte Niedersachsen“


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Reent Weerda ist ?Mr. Juni? im Kalender ?“Echte Niedersachsen“.. BILD: Land & Forst  Bild vergrößern

Auf einem Kutter musste der 27-Jährige immer wieder das Netz einholen und in die Kamera strahlen. „Meinen Beruf werde ich sicher nicht wechseln“, sagt der Landwirt.

von Kristin Hilbinger

Wilhelmshaven - Manch einer hat schon gefrotzelt: „Du bist doch nur Hobby-Bauer.“ Reent Weerda (27) sieht das allerdings anders. Schließlich ist er seit vergangenem Sonntag Chef des Milchviehbetriebs in Steindamm, den zuvor sein Vater Heinz Weerda bewirtschaftet hat. Mit dessen 65. Geburtstag ging der Betrieb auf den Sohn über. „Ich melke 60 Kühe und plane einen Stall für 100 Tiere“, erzählt er. Mit seinem Beruf meint es der Landwirtschaftsmeister durchaus ernst.

Dass der ein oder andere auf andere Gedanken kommt, ist allerdings nicht ganz unbegründet. Denn neben der Arbeit ist der junge Wilhelmshavener schwer beschäftigt. Dass er kaum Freizeit hat, liegt daran, dass er, „für jeden Spaß zu haben“ ist und gerne auch bei außergewöhnlichen Aktionen mitmacht. Zum Beispiel beim Fotoshooting für einen Kalender der Zeitschrift „Land und Forst“. „Echte Niedersachsen“, lautet das Motto. „Das hat mich irgendwie angesprochen“, erzählt Weerda.

Über die Landjugend, deren Vorsitzender er im Bezirk Oldenburg ist, hatte er von dem Projekt erfahren. „Ich hab mich einfach mal beworben“, sagt er. Dann kam eines Tages die Einladung zum Probeshooting in Hannover.

Dort konnte er von sich überzeugen. Die Redaktion wählte ihn als einen von zwölf Niedersachsen aus, die Modell stehen sollten. Weit mehr als 300 Männer wollten bei der Aktion mitmachen.

Einen Tag lang hat Reent Weerda wenige Wochen später als Fotomodell gearbeitet. Und zwar nicht in seiner Heimat Wilhelmshaven, sondern vor der Küste Langeoogs. „Die fanden wohl, dass ich gut auf einen Fischkutter passe“, vermutet er grinsend.

In Unterhose musste der 27-Jährige in eine Wathose schlüpfen, wie sie Angler oder Fischer bei der Arbeit tragen. Ein Assistent des Fotografen bedachte ihn regelmäßig mit einem Schwall Wasser aus dem Wasserschlauch, damit es auf dem Foto später so aussieht, als sei „der Fischer“ von den Wellen des Meeres nass geworden. „Und es war nicht gerade der wärmste Tag“, erzählt Reent Weerda, der nun weiß, dass die Arbeit eines Fotomodells kein Zuckerschlecken ist.

Auf der „Agritechnika“ einer großen Landwirtschaftsmesse in Hannover, wird der Kalender – von dem es auch eine Ausgabe mit weiblichen Modells gibt – nun in zwei Wochen vorgestellt. Geld bekommt Reent Weerda nicht dafür, dass er seinen halbnackten Körper hat ablichten lassen. Aber einen Gratis-Kalender, in dem er als „Mister-Juni“ in die Kamera strahlt – und das, obwohl er im November Geburtstag hat. Sein Resümee: „Ich fand’s echt lustig.“ Seiner Freundin hatte er übrigens zunächst gar nichts von seiner Bewerbung erzählt. „Ich hab’ ja nicht damit gerechnet, dass ich genommen werde“, erklärt er.

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Auf seinem Hof lässt Reent Weerda auch jedes Jahr im Juni eine große Party steigen. Mit dem Slogan „Dancing Cows“ wirbt er in den Wochen zuvor im ganzen Umland und lockt immer wieder zwischen 700 und 800 Feierwütige in den ländlichen Teil der Jadestadt.

„In zwei Jahren habe ich Jubiläum – zehn Jahre Dancing Cows.“ Um das gebührend zu feiern, will er dann auch einen richtigen Stargast nach Steindamm holen.

Und dann sind da noch zwei Frauen, die zwischendurch etwas von ihrem „Mister Juni“ haben möchten. Das ist zum einen seine Freundin Veronique. Die andere ist seine Tochter Christine, die Ende des Monats vier Jahre alt wird. Für weitere Aufträge als Fotomodell bleibt da keine Zeit.






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