„Ich habe wieder Bock auf Arbeit“
Jobsuche Qualifikationsprojekt soll junge Menschen in Arbeit bringen
Wilhelmshaven - „Das erste Mal eine Maßnahme ohne Kündigung beendet“, schreibt ein ehemaliger Teilnehmer. „Bin erwachsen geworden.“ Und: „Ich habe wieder Bock auf Arbeit.“
Die Kommentare sprechen für sich und zugleich für den Erfolg des U25-Qualifizierungsprojektes, das der SOS-Hilfeverbund Wilhelmshaven-Friesland und die Wilhelmshavener Musikinitiative seit sieben Jahren im Auftrag des Job-Centers Wilhelmshaven durchführen. Die O-Töne stammen von Teilnehmern, die jetzt im Jahresbericht 2011 zu Wort kommen.
Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 43 junge Arbeitslose betreut. Neun sind inzwischen arbeitssuchend, jeweils ein Teilnehmer wurde im Jahr 2011 in Arbeit und Ausbildung vermittelt. 14 nehmen an weiteren Fördermaßnahmen teil.
Ziel ist es, durch Fördern und Fordern Vermittlungschancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erhöhen. Vor allem in den Bereichen Handwerk, Hauswirtschaft und Veranstaltungstechnik. Zurzeit gibt es Plätze für 16 junge Menschen. Sie können einen Berufsalltag im Musikerhaus der Wilhelmshavener Musikinitiative, im Pumpwerk, in der „UCI Kinowelt“ sowie auf dem Wikingerschiff „Tyrkir“ des Fördervereins Wilhelmshavener Wikingerschiff erfahren. So mischen die jungen Erwachsenen zum Beispiel Ton und Licht bei Konzerten, bringen die „Tyrkir“ sowie das Musikerhaus auf Vordermann.
Zudem erhalten sie Unterricht, der an drei Tagen im SOS-Beratungs- und Qualifizierungszentrum Wilhelmshaven stattfindet – umgesetzt von Dozenten der Wilhelmshavener Musikinitiative und des SOS-Hilfeverbundes. Beratung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Maßnahme.
Viele müssten aber zunächst selbstverständliche Dinge wie einen geregelten Tagesablauf und Pünktlichkeit erlernen. Die Klienten haben „mehrere Vermittlungshemmnisse“, heißt es im Jahresbericht. Im Klartext: etliche persönliche Probleme, lückenhafte Lebensläufe. Schulden und Drogen sind Beispiele. Viele Teilnehmer sind bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Einige konnten weder richtig rechnen, noch korrekt lesen und schreiben. Nur wenige verfügten über Erfahrungen in Teamarbeit. Zudem habe die Zahl der Teilnehmer mit psychischen Beeinträchtigungen zugenommen, laut Jahresbericht mehr als 60 Prozent: „Unter ihnen mehrfach junge Erwachsene mit Gewalt-, Mobbing- oder Missbrauchserfahrungen.“
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