WILHELMSHAVEN, 7. Februar 2012


Offshore-Investor kommt aus China

Bilanz Niedersachsens Seehäfen in 2011 erfolgreich – Wilhelmshavens Umschlags-Minus trübt Ergebnis


Hinter dem geplanten Bau der Offshore-Grüdungsstrukturen im Nordhafen stecken Chinesen und Rhenus Midgard. Der Umschlag an der Jade werde bald wieder zulegen.

von Michael Halama

Wilhelmshaven - Die Investoren für den Bau der riesigen Offshore-Tripods in Wilhelmshaven wurden am Montag offiziell genannt: Ein chinesisches Unternehmen und Rhenus Midgard Wilhelmshaven wollen mit der neu gegründeten „Jade Werke GmbH“ im Nordhafen die Gründungsstrukturen für Offshore-Windkraftanlagen bauen und verladen.

„Das Unternehmen plant, 2014 erste Teile auf See zu bringen“, sagte Dr. Jens-Albert Oppel, Geschäftsführer von Niedersachsen Ports (NPorts), bei der Jahresbilanz der niedersächsischen Seehäfen in Oldenburg. Der chinesische Investor habe auf die Lage am Nordhafen bestanden – unter anderem wegen des stabilen Untergrunds. NPorts bleibe jedoch Eigentümer der landeseigenen Flächen. Weitere Details wolle er derzeit nicht verraten; man sei „in guten Gesprächen“.

Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) betonte, dass das Land grundsätzlich an seiner Vereinbarung festhalte, ausschließlich in Emden und Cuxhaven als Offshore-Basishäfen zu investieren.

Das Jahr 2011 war laut Bode für Niedersachsens Seehäfen erfolgreich – trotz eines leichten Rückgangs von einem Prozent: Es wurden insgesamt 46,1 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen (46,5 Mio. t in 2010). Dabei haben fast alle Seehäfen ihr Umschlagsvolumen erhöhen können. Beeinflusst werde das Gesamtergebnis jedoch weiterhin durch den fehlenden Massengutumschlag in Wilhelmshaven.

Dazu Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer von Seaports of Niedersachsen, der Vermarktungsgesellschaft der Seehäfen: „Wir haben in Wilhelmshaven zwei Probleme in Sachen Rohöl: Neben der geschlossenen Raffinerie und dem daraus resultierenden Minderumschlag kamen 2011 zudem deutlich weniger Lieferungen aus dem bürgerkriegsgebeutelten Libyen an den Löschbrücken an.“

Insgesamt seien in Wilhelmshaven im vergangenen Jahr 23 Millionen Tonnen – und damit rund 11 Prozent weniger Güter umgeschlagen worden als im Vorjahr (25,7 Mio. t in 2010). Bullwinkel gab sich gestern optimistisch für die Zukunft: Mit der Betriebsaufnahme des Jade-Weser-Ports und der Zunahme des Kohleimports nach Abschluss des Ausbaus der Niedersachsenbrücke werde es auch in Wilhelmshaven wieder ein Umschlags-Plus geben.

Minister Bode kündigte weitere Investitionen und für Mitte 2012 ein überarbeitetes Hafenkonzept an.

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