WILHELMSHAVEN, 8. Februar 2012


Schonfrist für OB Wagner ist vorbei

Bilanz Neuer Verwaltungschef setzt auf motivierte Mitarbeiter und sieht bereits erste Erfolge


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Andreas Wagner fühlt sich pudelwohl in seinem Amt als Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven. Bild: Gabriel-Jürgens  Bild vergrößern

Mit der „Wilhelmshaven-Koalition“ im Rat will der CDU-Politiker etwas für die Stadt bewegen. Politische Spielchen hält der OB für überflüssig.

von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Die Schonfrist ist vorbei. Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU) ist seit 100 Tagen im Amt. Bis jetzt hat sich die Opposition im Rat nach eigenem Bekunden noch mit Kritik an dem im September von den Wilhelmshavener Bürgern direkt gewählten Verwaltungschefs zurückgehalten. Bereitet es dem diplomierten Kaufmann Sorge, dass FDP, Basu und Linke ihn künftig stärker ins Visier nehmen könnten?

„Keineswegs“, versichert Wagner. „Wichtig ist für mich, dass CDU und SPD im Rat an einem Strang ziehen. Und mit den Grünen komme ich auch ganz gut klar. Da gibt es viele inhaltliche Übereinstimmungen.“ Die klaren Mehrheitsverhältnisse seien wichtig, weil die „Wilhelmshaven-Koalition“ sich vorgenommen habe, etwas für die Stadt zu bewegen. „Wir wollen keine politischen Spielchen spielen, sondern etwas für die Bürger erreichen.“

Wagner ist nach seinen ersten Eindrücken im neuen Job mehr denn je überzeugt davon, dass das klappen kann. „Wir haben viele hoch motivierte Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Das ist ein großes Potenzial. Darauf hatte ich gehofft.“


Teamgeist gefragt
Der neue Chef setzt dabei auf Teamgeist, hat sich inzwischen bei fast jedem Mitarbeiter persönlich vorgestellt und auch mit dem Personalrat ein konstruktives Miteinander vereinbart. „Wir planen gemeinsam die Personalentwicklung. In absehbarer Zeit scheiden eine ganze Reihe langjähriger Mitarbeiter aus. Da müssen wir dringend die Nachfolgefragen klären.“

Hinzu kommt der geplante Umbau des „Konzerns Stadt“, des verwirrenden Gebildes aus der städtischen Kernverwaltung, ihren Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Das werde nicht von heute auf morgen gehen, räumt Wagner ein. Aber schon jetzt habe man die vakanten Geschäftsführungen der Stadtwerke GmbH und der WTF Stadtwerke GmbH, in der eine Reihe von Beteiligungen gebündelt sind, nicht von außen nachbesetzt, um für Umgestaltungen offen zu sein.

Als erste Erfolge wertet Wagner, dass die Kooperationsgespräche der Krankenhäuser der Region auf einem guten Weg sind, dass die 1. Banter-See-Konferenz auf große Resonanz bei den Bürgern gestoßen ist und dass mit der geplanten Ansiedlung eines Offshore-Windkraft-Unternehmens am Nordhafen ein neuer wirtschaftlicher Impuls gesetzt werden könnte. Die Gespräche über die Stärkung des Marienarsenals Wilhelmshaven liefen gut.

Der OB , der sich selbst als ersten Wirtschaftsförderer der Stadt sieht, berichtet, dass er in seiner kurzen Amtszeit bereits etliche Ansiedlungsgespräche geführt habe. Das wachsende Interesse am Standort Wilhelmshaven sei spürbar, auch – aber nicht nur – durch die bevorstehende Inbetriebnahme des JadeWeserPorts im August. „Wir haben so vielfältige Möglichkeiten . . .“ Und Probleme? „Die lassen sich zu 95 Prozent durch Kommunikation lösen.“

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Wagner ist inzwischen in weit über 30 Gremien und Organisationen gewählt worden, in denen er die Interessen der Stadt vertreten soll. Sorgen, er als Polit-Neuling könnte sich möglicherweise übernehmen, hält er für unbegründet. „Mein Vorgänger Eberhard Menzel hatte viel mehr Posten. Ich habe schon einiges an meine Stellvertreter und Dezernenten delegiert.“


Schon länger vorbereitet
Eine Reihe der Aufgaben sei an die Funktion des OB gekoppelt, andere wie der Vorsitz im Verwaltungsrat der Sparkasse, der Vorsitz in der Gesellschafterversammlung des Energieversorgers GEW oder im Aufsichtsrat der Landesbühne seien halt ungemein wichtig für die Stadt.

Und welche Überraschungen hat es zum Start im Rathaus gegeben? „Keine“, beteuert Wagner. „Eigentlich bin ich ja auch nicht erst seit 100 Tagen im Amt. Ich habe mich schon ein Jahr lang intensiv auf die Aufgabe vorbereitet.“






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