Oldenburg: Spurensuche in ausgebrannten Autowracks
Feuer Polizei ermittelt nach Großbrand auf Abstellplatz für Schrottautos in alle Richtungen
Balanceakt: Der Brandherd war am Montagabend nur über die Dächer der abgestellten Autos zu erreichen. BILD: Kai Niemann 
von Thomas Husmann
Oldenburg - Verbogenes Blech, zerborstene Scheiben, Reste von Löschschaum auf den Autodächern: Mitten in diesem Durcheinander sind am Dienstagmorgen Polizisten der Ursache für den Brand auf der Spur, bei dem am Montagabend 25 alte Autos zerstört wurden.
Ausgelöst wurde das Feuer auf dem ehemaligen AEG-Parkplatz am Alten Postweg möglicherweise durch Brandstiftung. Jugendliche hätten in den vergangenen Monaten häufig auf dem Gelände gespielt. Eingeschlagene Windschutz- und Seitenscheiben zeugen von Vandalismus auf dem Parkplatz, den der Hatter Entsorgungsunternehmer Erdal Sarigül als Zwischenlager nutzt.
Bilder von dem Brand
Polizei ermittelt nach Großbrand
Rund 450 Autos warten seit September vergangenen Jahres auf dem ehemaligen Parkplatz auf ihre Weiterverwertung. Gekauft und abgeholt hat der 49 Jahre alte Firmenchef des Hatter Entsorgungsunternehmens die Fahrzeuge bei Autohändlern, bei denen in Folge der Abwrackprämie im vergangenen Jahr massenhaft schrottreife Autos „in Zahlung“ gegeben wurden.
„Die Polizei ermittelt in alle Richtungen“, sagte Polizeisprecher Markus Scharf am Dienstagnachmittag, „auch ein technischer Defekt als Brandursache ist nicht auszuschließen.“ Aus einem Polizeihubschrauber heraus wurden am Morgen nach dem Feuer auch Luftaufnahmen von der Brandstelle gemacht.
Erschwert hatte das Löschen die dicht an dicht auf dem Platz abgestellten Fahrzeuge. Die Feuerwehrleute hatten große Mühe, sich zum Brandherd vorzukämpfen. Auf den durch Schnee- und Eisreste spiegelglatten Dächern und Motorhauben konnten sie kaum die Balance halten. Ein Mann wurde im Einsatz verletzt, als er zwischen zwei Fahrzeuge rutschte und sich dabei das Fußgelenk verstauchte.
Beendet war der Löscheinsatz um 23.15 Uhr, berichtete Feuerwehrsprecher Heinz Onken am Dienstag. Der Einsatzleiter bedauerte, dass es keine gesetzliche Regelung für das Abstellen von Schrottautos gebe. Onken: „Zumindest Gänge müssten freigelassen werden, um die Autos im Bedarfsfall schneller erreichen zu können. Auch die Motorhauben seien deshalb nur unter erschwerten Bedingungen zu öffnen gewesen. Das Feuer habe sich deshalb zunächst mehr oder weniger ungehindert unter den Fahrzeugen von Reifen zu Reifen ausbreiten können.
Eigenen Angaben zufolge ist Sarigül gegen die an den Autos entstandenen Schäden nicht versichert. Zeugen werden gebeten, sich unter Tel. 790 41 15 zu melden.
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