Kompetente Hilfe für traumatisierte Soldaten in Sicht
Bundeswehr Gelände am Zwischenahner Meer bietet sich als Standort für erste Einrichtung dieser Art an
von Heiner Otto,Redaktion Westerstede
Rostrup - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) denkt offenbar konkret über die Errichtung einer ersten deutschen Einrichtung für die Einsatznachbetreuung traumatisierter Soldaten nach. Entstehen könnte ein Fachkompetenzzentrum dieser Art direkt am Zwischenahner Meer, dort, wo zuvor das nach Westerstede gewechselte Bundeswehrkrankenhaus seinen Standort hatte.
In einem Brief an Ammerland-Landrat Jörg Bensberg teilte der Minister mit, er gehe aufgrund der aktuellen Entwicklung von einer Zunahme einsatzbedingter Verwundungen und Verletzungen bei Soldaten im Auslandseinsatz aus. Insbesondere sei mit psychischen Erkrankungen zu rechnen. Weiter heißt es: „Zunehmend leiden hierunter auch Angehörige, Hinterbliebene und Reservisten. Dem soll durch geeignete Maßnahmen Rechnung getragen werden“.
Für geeignet hält zu Guttenberg die Schaffung eines Fachkompetenzzentrums in einer zivil-militärischen Kooperation. Dafür sieht er im Ammerland wohl beste Voraussetzungen, denn dort arbeitet die Bundeswehr bereits mit einem zivilen Gesundheitsversorger zusammen. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath, erhielt den Auftrag, vor Ort erste Sondierungsgespräche zu führen und dem Minister anschließend persönlich zu berichten.
Landrat Bensberg reagierte erfreut auf die „positiven Signale aus Berlin“. „Die erfolgreiche Kooperation zwischen Bundeswehrkrankenhaus und Ammerland-Klinik bietet beste Voraussetzungen für eine Vernetzung mit einem Kompetenzzentrum für traumatisierte Soldaten“, sagte er.
Dass zu Guttenberg auf das Ammerland aufmerksam wurde, ist Verteidigungs-Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) zu verdanken. „Wir haben bei uns eine Reihe wichtiger Alleinstellungsmerkmale zu bieten, die für die Bundeswehr von entscheidender Bedeutung sein könnten. Die Klinik-Kooperation in Westerstede genießt in der Tat höchstes Vertrauen. Aber auch eine mögliche Beteiligung der Karl-Jaspers-Klinik sollte nicht unerwähnt bleiben“, betonte Kossendey am Donnerstag in Berlin. Zugleich begrüßte er, dass sich der Minister selbst um die Weiterentwicklung des Trauma-Projektes bemühen wolle.
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