Oldenburg: Dubiose Briefe sorgen für Verwirrung

Verbraucherschutz Beratungsstelle warnt – Grund für Forderung von 162 Euro bleibt unklar


von Rainer Dehmer

Oldenburg - Dubiose Inkassobriefe haben in den vergangenen Tagen mehrere Oldenburger erhalten. Die Zahlungsaufforderungen stammen von einem Inkasso-Unternehmen namens Sauer & Söhne aus Düsseldorf. Weil angeblich Gericht und Pfändung bevorstehen, werden Verbraucher zuhauf aufgefordert, sofort 162,98 Euro zu zahlen. Für welche Leistungen im Namen von ISIS Multimedia Net GmbH Geld beigetrieben werden soll, bleibt Sauers Familiengeheimnis.

Auch wenn im Schreiben mit Kosten für Gericht und Anwalt, Zwangsvollstreckung, eidesstattlicher Versicherung oder einer Eintragung ins amtliche Schuldnerverzeichnis gedroht wird, rät die Verbraucherzentrale, nicht zu zahlen. Die Forderung sollte schriftlich zurückgewiesen werden und zugleich ein Nachweis für die angebliche Forderung verlangt werden.

„Nur mit dem schriftlichen Bestreiten verhindert man, dass das Inkassobüro seine vermeintliche Forderung an eine Auskunftei, zum Beispiel arvato infoscore GmbH oder Schufa, melden darf“, sagt Christel Lohrey von der Verbraucherzentrale am Julius-Mosen-Platz.

Das Vorgehen des Inkassounternehmens zeige, dass die Versuche, Verbrauchern Geld aus der Tasche zu ziehen, immer dreister werden. Die Firma sei zudem nicht im Rechtsdienstleistungsregister registriert. Nach Auskunft des Ober-landesgerichts Düsseldorf könnte deshalb eine Ordnungswidrigkeit vorliegen, so Christel Lohrey. Die Beraterin empfiehlt, mit persönlichen Daten, insbesondere Kontodaten, besonders vorsichtig umzugehen, um Abzockern keine Chance für ihre Geschäfte zu ermöglichen.

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26.07.2010
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