Raub in Dötlingen nach 17 Jahren vor Gericht
Justiz Fünfter Täter muss sich für Verbrechen in Dötlingen verantworten
von Franz-Josef Höffmann
Dötlingen - Im Prozess um eines der wohl abscheulichsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte steht nun der letzte von fünf Tätern vor Gericht.
Seit Mittwoch muss sich der 36-Jährige aus Rumänien wegen Raubes mit Todesfolge vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Er hatte am 5. April 1993 zusammen mit vier Landsleuten ein Rentnerehepaar in dessen Haus in Dötlingen überfallen und ausgeraubt (Beute: 400 DM und 20 Schmuckstücke).
Die betagten Eheleute waren damals schwer misshandelt, die 75-jährige Ehefrau im Beisein ihres drei Jahre älteren Ehemannes von mehreren Tätern vergewaltigt worden. Drei Monate danach war die 75-Jährige an den Folgen der massiven Schläge und Gewalteinwirkungen gestorben, ihr Ehemann einige Jahre später.
Selbst schwer verletzt hatte er seiner Frau nur noch die Hand halten können, während sie von mehreren Männern vergewaltigt wurde.
Vier der insgesamt fünf Täter sind in früheren Prozessen bereits zu Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren verurteilt worden. Der Tod der beiden Opfer war nicht allen Tätern zugerechnet worden, so dass einige von ihnen nur wegen Vergewaltigung und Raubes schuldig gesprochen wurden.
Dem jetzigen Angeklagten war seinerzeit die Flucht gelungen. Er konnte erst im Mai vergangenen Jahres in England festgenommen und ein Jahr später nach Deutschland ausgeliefert werden.
Weil er zur Tatzeit 19 Jahre alt war und damit noch als Heranwachsender einzustufen ist, wird er in den Genuss des milderen Jugendrechts kommen. Nachdem ihm gestern eine mögliche Gefängnisstrafe von vier bis fünf Jahren in Aussicht gestellt worden war, legte er ein Geständnis ab.
Eine Beteiligung an der Vergewaltigung der 75-Jährigen bestritt er allerdings. Das hätte ja seine Mutter sein können, meinte er. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
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