Alles eine Frage der Arithmetik
Autor dieses Beitrages ist Thomas Hellmold. Der Leiter der NWZ -Regionalredaktion nimmt eine Umfrage des Internet-Blogs „Abgeordnetenwatch.de“ aufs Korn.
Die Sommerferien sind gerade vorbei. Zeit für Schulzensuren? Eigentlich nicht, haben wir, die wir alle ja mal Schüler waren, im Lauf unseres Lebens gelernt. Aber was heißt das schon? Ungeachtet jeglicher Zeugnisordnungen sind die Bundestagsabgeordneten der Region zensiert worden, von Bürgern und anderen Menschen im Internet-Blog „Abgeordnetenwatch.de“.
Und was ist herausgekommen? So schlecht sind sie in der Gunst der Bürger gar nicht, unsere Damen und Herren Abgeordneten in Berlin. Fünfmal „Sehr gut“ bei sieben Kandidaten – besser geht’s kaum. Was machen da schon ein „Mangelhaft“ und ein „Ungenügend“? So gut wie nichts. Wobei wir freilich festhalten müssen, dass es bei dieser Art Bewertung nur um Quantität geht, nicht um Qualität. Fleißnoten quasi für unsere Volksvertreter. Haben sie auf Bürgerfragen geantwortet, ist es gut. Haben sie eine Antwort verweigert, ist es schlecht.
Das ergibt natürlich mitunter ein schiefes Bild. Nehmen wir beispielhaft den CDU-Abgeordneten Thomas Kossendey aus dem Ammerland. Zehn Internetfragen wurden an ihn herangetragen. Alle-samt hat er sie beantwortet und dafür zu Recht die Note Eins erhalten.
Eine Eins gab es aber auch für die FDP-Frau Christiane Ratjen-Damerau. Auch sie antwortete hundertprozentig – allerdings hatte nur ein einziger Blogger sie befragt.
So gesehen und rein statistisch sieht Ratjen-Dameraus Parteifreundin Angelika Brunkhorst schlecht aus. Sie antwortete auf zwei von fünf Fragen und erhielt von „Abgeordnetenwatch.de“ dafür gemeinerweise eine Fünf.
Alles eben eine Frage der Arithmetik. Was soll da bloß der arme Franz-Josef Holzenkamp (CDU) aus Südoldenburg sagen? Mit einer einzigen Bürgeranfrage wurde er bebloggt. Im Januar war das, und bis heute hat er angeblich nicht geantwortet. Null Reaktion – glatte Sechs. Rein arithmetisch.
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