BREMEN, 21. Februar 2011


Alexander von Humboldt II: Neubau macht Fortschritte

Seglertraum in Grün und Weiß – Schiff für die Jugend


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Die Mittelsektion der „Alex II“ nimmt schon Formen an. Im April soll der Rumpf des Schiffes gewassert werden. BILD: dpa  Bild vergrößern

Noch in diesem Jahr soll der stolze Windjammer in Fahrt kommen. Hunderte junger Menschen werden auf seinem Kiel die Welt bereisen.

von Hans Drunkenmölle

Bremen - Die Schiffbauer der BVT-Werft in Bremen-Vegesack hämmern und schweißen, dass die Funken fliegen, ihr Werk nimmt allmählich Konturen an: Die ersten Rumpfsektionen des jüngsten deutschen Großsegelschiffs „Alexander von Humboldt II“ sind bereits erkennbar. Noch in diesem Jahr soll der Windjammer in Fahrt kommen. Er ersetzt nach mehr als 20 Jahren die legendäre „Alexander von Humboldt“, die mit grünem Rumpf und grünen Segeln Geschichte geschrieben hat. „Wir liegen voll im Zeitplan”, freut sich Diedrich Rickens, Vorstand der Deutschen Stiftung Sail Training, die den 15 Millionen Euro teuren Neubau in Auftrag gegeben hat.

In den Werfthallen ragen die Querträger für den Bodenbereich des Schiffes wie das Gerippe eines Wals in die Luft; die ersten Platten der Außenhaut sind bereits aufgelegt und verschweißt. Auch ein Teil des Hauptdecks nimmt bereits Formen an. Deutlich zu erkennen sind die Schächte für Niedergänge und Lüftung. Momentan liegen die einzelnen Teile auf dem Kopf, so wie es im modernen Schiffbau üblich ist. Nach der Fertigstellung werden sie dann gedreht und miteinander verbunden. Anschließend werden weitere Komponenten eingebaut und restliche Decksaufbauten aufgesetzt.

Die Wasserung des Rumpfes ist für den April geplant. Anschließend wird er nach Bremerhaven gebracht, endausgerüstet und aufgeriggt. Dabei wird auch auf die Erfahrung der Stammbesatzung bei der Wartung und Pflege der alten „Alex” zurückgegriffen. „Seit über zwanzig Jahren haben unsere ehrenamtlichen Crewmitglieder tatkräftig bei Werftzeiten und Ausrüstungsperioden mit angepackt. Zusammen mit den Arbeitern der beauftragten Werften haben sie die technische Grundlage für den hohen Sicherheitsstandard an Bord geschaffen”, erklärt der Projektbeauftragte Reimer Peters. „Diese Erfahrung werden wir natürlich für den ersten Großseglerneubau in Deutschland seit 1958 auch nutzen.”

Der Neubau ist im Schiffsbauregister Bremen unter der Nr. 279 eingetragen. Mit 65 Metern Länge über Alles, einer Breite von zehn Metern und etwa fünf Metern Tiefgang bietet er Platz für 79 Personen. Angetrieben wird das Schiff von einer 1360 Quadratmeter großen Segelfläche oder einem Motor mit 550 kW Nennleistung. Der Rumpf der neuen Bark wird grün – wie bei ihrer Vorgängerin; die Segel allerdings sollen weiß werden. Das Schiff soll im September abgeliefert werden. Im Oktober sind Ausbildungsreisen mit der Stammbesatzung vorgesehen, bevor im November Mitsegler an Bord kommen.

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Das Betriebskonzept des Neubaus bleibt gegenüber dem der „Alex I” unverändert. Bei Sommer- und Wintertörns an rund 340 Tagen im Jahr werden Hunderte junger Menschen auf ihrem Kiel die Welt bereisen und lernen, was traditionelle Seemannschaft bedeutet – das ist der Bestimmungszweck des Seglers. Eine 25 Personen starke ehrenamtliche Stammbesatzung wird die Gäste, die keine Vorkenntnisse benötigen, anleiten.




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