Über die Spielsucht in die Schuldenfalle
FRAGE: Herr Holm, Sie warnen vor den Gefahren des krankhaften Glücksspiels. Wie groß ist denn das Problem?
HOLM: Das Problem ist ziemlich gravierend. Insbesondere beim Pokern im Internet steigen die Zahlen krankhafter Spieler immer weiter an. Bundesweit haben etwa vier Millionen Menschen ein Problem mit dem Glücksspiel – knapp eine halbe Million gilt als behandlungsbedürftig.
FRAGE: Um welche Beträge geht es dann?
HOLM: Da ist richtig viel Geld im Spiel. Nach einer Studie des Arbeitskreises gegen Spielsucht sind allein 2009 in Deutschland rund 3,1 Milliarden Euro in die Glücksspiel-Automaten gewandert. Das bringt dem Staat deutlich mehr Einnahmen als durch die Alkoholsteuer. Demgegenüber stehen die Spieler aufgrund ihrer Sucht mit durchschnittlich 24 000 Euro Schulden da. Immer größere Summen werden übrigens beim Internet-Poker umgesetzt. Glücksspielangebote im Internet sind in Deutschland verboten. Viele Glücksspielanbieter im Internet haben ihren Sitz jedoch z.B. auf Malta oder in Gibraltar.
Da ist richtig viel Geld im Spiel. Nach einer Studie des Arbeitskreises gegen Spielsucht sind allein 2009 in Deutschland rund 3,1 Milliarden Euro in die Glücksspiel-Automaten gewandert. Das bringt dem Staat deutlich mehr Einnahmen als durch die Alkoholsteuer. Demgegenüber stehen die Spieler aufgrund ihrer Sucht mit durchschnittlich 24 000 Euro Schulden da. Immer größere Summen werden übrigens beim Internet-Poker umgesetzt, obwohl es in Deutschland illegal ist. Viele Glücksspielanbieter im Internet haben ihren Sitz auf Malta.
FRAGE: Warum ist die Gefahr für die Betroffenen so groß und was kann dagegen getan werden?
HOLM: Das Problem ist die ständige Verfügbarkeit des Internets. Heute können sie online Pokern oder ins virtuelle Spielcasino gehen. Und das nicht nur zu Hause am PC sondern auch im Bus über ihr internetfähiges Handy. Auch in der „realen Welt“ ist die Verfügbarkeit von z.B. Spielhallen sehr groß. Spielsüchtigen merkt man ihre Sucht oft nicht an; Spielsucht kann man nicht riechen. Wen es aber erwischt hat, sollte sich unbedingt behandeln lassen. Schließlich handelt es sich um eine anerkannte Krankheit.
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