Uni-Medizin bringt Metropolregion Schub
Interview Gerd Stötzel über Vereinsgründung vor fünf Jahren und gemeinsame Chancen im Nordwesten
von Norbert Wahn
FRAGE: Herr Stötzel, 2005 wurde die europäische Metropolregion Bremen-Oldenburg beschlossen. In Jever gab es dazu die Unterzeichnung einer Resolution. 2006 wurde ein entsprechender Verein gegründet. Was waren damals die Beweggründe zu diesem Schritt?
STÖTZEL: Wir haben uns schon mit Beginn einer Gemeinsamen Landesplanung (GLP) der Länder Bremen und Niedersachsen vorgenommen, die Stärken des Nordwestens zu fördern. Durch die Anerkennung als Metropolregion 2005 konnten wir unsere Zukunftsfelder weiter ausbauen und dabei die Unternehmen untereinander und mit anderen regionalen Akteuren sowie der Wissenschaft und Forschung viel stärker vernetzen.
FRAGE: Mussten sich die neuen Partner Bremen und Oldenburg, das ja für das ganze Oldenburger Land steht, erst finden,Vorurteile begraben und Gemeinsamkeiten entdecken?
STÖTZEL: Nein. In den vielen Netzwerken, die wir zwischen Bremen und Nordwestniedersachsen geknüpft haben, findet sich der Bürger insofern wieder, als er zum Beispiel Industrie- oder Geschäftsansiedlungen vorfindet, die ohne diesen länderübergreifenden Zusammenschluss vermutlich nicht möglich gewesen wären. Die Metropolregion kann in den von ihr definierten Bereichen alle Maßnahmen unterstützen, die mehr als einen Landkreis betreffen.
FRAGE: Warum braucht man diese gemeinsame Metropolregion, was macht sie wichtig?
STÖTZEL: Weil wir wegkommen müssen von kleinteiligen Gebieten. Wir haben die Metropolregion Bremen-Oldenburg vor über fünf Jahren bewusst installiert, damit jedem auch außerhalb der Region klar wird, dass dieser großflächige Raum ein enormes Potenzial für wirtschaftliche, kulturelle und soziale Belange bietet. Eine Metropolregion dient der Bündelung von Kräften und Kapazitäten und der Herausstellung dessen, was eine Region besonders gut kann. Zusammenschlüsse wie die Metropolregion machen es überflüssig, auf bürokratischer Ebene ständig nach größeren Einheiten zu rufen. Wir haben hier einen gemeinsamen Wirtschaftsraum geformt, der sich selbstbewusst und innovativ dem internationalen Wettbewerb stellt. Hier wird Innovation täglich neu gelebt!
FRAGE: Gibt es für diese Metropolregion ein Alleinstellungsmerkmal?
STÖTZEL: Aufgrund unserer Erfolge wage ich zu sagen: Wir haben eine Blaupause dafür geliefert, wie man sich als Region aufstellen kann und wahrscheinlich auch muss, um im Europa der Regionen eine wesentliche Rolle zu spielen. Die Metropolregion hat hohe Innovationspotenziale in Wirtschaft und Wissenschaft: Windenergie, Gesundheitswirtschaft, Luft- und Raumfahrt oder unser Klimaanpassungsprojekt „nordwest 2050“ gehören ganz sicher dazu. Zudem bietet die Metropole Nordwest als einzige der elf Metropolregionen in Deutschland der Wirtschaft ein aktives Mitgestaltungsrecht über die Kammern und Unternehmen, um das uns die Metropolregion Hamburg offen beneidet.STÖTZEL:
FRAGE: : Was hat sich geändert in der Zusammenarbeit zwischen Oldenburgern und Bremern in den fünf Jahren?
FRAGE: Welches sind die wichtigsten Projekte, damit die Region weiter voran kommt?
STÖTZEL: Die Ausrichtung der Hochschullandschaft in der Metropolregion auf die relevanten Zukunftsfelder inklusive einer stärkeren Kooperation der Hochschulen im Nordwesten ist eine zentrale Aufgabe. So wird die Einrichtung der European Medical School Oldenburg-Groningen dem Nordwesten einen weiteren Schub im Bereich Gesundheitswirtschaft verleihen.
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