Werder Bremen: Tim Wiese will verlängern
Torhüter gibt Europapokal als Ziel aus – Lob an Zugänge Wolf und Ekici
von Thomas Schulz
Norderney - Tim Wiese ist von Norderney gar nicht begeistert. Zumindest aktuell nicht. Dem Torhüter des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen macht das Wetter zu schaffen. „Die Sonne darf ruhig scheinen und es kann auch etwas wärmer werden. Schwitzen ist deutlich besser als ein Strandlauf bei Gegenwind der Stärke acht“, sagt der 29-Jährige.
Das Wetter auf der ostfriesischen Nordseeinsel präsentiert sich derzeit so wie Werders vergangene Bundesliga-Saison – stark durchwachsen. Und auch damit hat Wiese so seine Probleme. „Natürlich kann nicht jede Saison die Sonne scheinen. Aber ich hoffe schon, dass wir eine deutlich bessere Spielzeit hinlegen als zuletzt.“
Ein zweites Jahr gegen den Abstieg spielen, darauf hat Wiese keine Lust. Das kann er sich mit Blick auf seine Position als derzeitige Nummer zwei der Nationalmannschaft hinter Manuel Neuer auch gar nicht leisten. Deshalb verstummen die Gerüchte nicht, dass er den Club von der Weser noch in diesem Sommer verlassen könnte.
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Schalke hatte schon früh zaghaft angeklopft, dann aber Ralf Fährmann geholt, mit dem Trainer Ralf Rangnick aber nicht glücklich zu sein scheint. Am Sonnabend soll auch Wolfsburg auf den Plan getreten sein, ohne dass sich Felix Magath dazu aber konkret geäußert hat. „Für mich ist das alles kein Thema. Ich habe bei Werder einen Vertrag bis 2012 und den würde ich auch gerne erfüllen“, sagte Wiese am Montag im Teamhotel.
Erfüllen ist die eine Sache, verlängern eine andere. „Warum nicht? Es gab bereits ein Gespräch zwischen meinem Berater und Werder. Mal sehen. Ich traue uns schließlich zu, dass wir wieder nach oben kommen“, sagt Wiese.
Der Keeper begründet seinen Optimismus unter anderem mit den beiden Zugängen Andreas Wolf und Mehmet Ekici: „Andreas ist sehr erfahren und als Verteidiger äußerst robust. Er wird uns auf jeden Fall weiterhelfen, aber natürlich sollten auch die derzeit verletzten schnell wieder zurückkommen. Zudem hat Werder in Ekici einen sehr guten Transfer getätigt. Ich habe den Jungen im Training genauer beobachtet und ziehe den Hut vor seiner starken Technik.“
Doch gute Spieler sind für Wiese nicht der alleinige Schlüssel zum Erfolg. Die Krise im vergangenen Jahr hatte seinen Grund sicher auch im nicht immer ausreichend vorhandenen Teamgeist: „Es ist wichtig zu begreifen, dass Fußball spielen allein nicht reicht. Wir sollten uns da an Borussia Dortmund ein Beispiel nehmen. Bei denen ist jeder für den anderen dazwischen gegrätscht.“
Und was ist in der kommenden Saison dann möglich? „Wir sollten unsere Ziele sicherlich zunächst einmal nicht so hoch stecken“, sagt Wiese und gibt als Plan aus: „Gut starten, befreit aufspielen, einen Lauf bekommen und damit die Qualifikation für den Europapokal in Angriff nehmen.“ Dann wäre Wiese auch das Wetter egal.
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