NORDERNEY, 6. Juli 2011


Wolf will mit den Grünweißen nach oben

Zugang fühlt sich wohl bei Bremern – Allofs: Keine Anfragen an Wiese


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Arbeitet hart im Werder-Trainingslager auf der Insel Norderney: Abwehrspieler Andreas Wolf BILD: nordphoto  Bild vergrößern

Die Stimmung im Trainingslager von Werder auf Norderney ist gut. Abwehrspieler Andreas Wolf fällt die Integration daher recht leicht.

von Thomas Schulz

Norderney - 85 Prozent der Fläche der Insel Norderney gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, um das sich Tim Borowski augenscheinlich sehr sorgt. Als Marko Arnautovic am Dienstagvormittag beim Torschusstraining des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen den Ball mit einer derartigen Präzision in die Bäume zirkelte, dass er ein Vogelnest von den Ästen torpedierte, gab es mahnende Worte. „Ihr habt hoffentlich alle gesehen, wer das war“, rief Borowski. „Umweltsünder“ Arnautovic bat um Gnade und alle lachten.

Die Stimmung ist gut in Werders Trainingslager. Das erleichtert auch den Zugängen die Integration. Besonders einem wie Andreas Wolf, der zuletzt eher traurig gewesen ist. Mit acht Jahren kam der Russland-Deutsche 1990 nach Nürnberg, seit 1997 hat er für den „Club“ 261 Spiele bestritten.

Dann aber kam das Ende. Nach 14 Jahren beim Club bekam der Blondschopf ein für ihn indiskutables Angebot zur Vertragsverlängerung, das er enttäuscht ablehnte. „Ich stand schon als Fan in der Nordkurve des Frankenstadions, bevor ich sieben Jahre später erstmals das Trikot übergestreift habe. Der Club war mein Verein. Da habe ich mir den Abschied anders vorgestellt“, sagte Wolf.



In einem offenen Brief an die Fans betonte der 29-Jährige, dass es nicht am Geld gelegen habe. „Es wäre natürlich gelogen, wenn es nicht auch darum gehen würde, aber ich habe ganz einfach die Wertschätzung vermisst. Hätte ich das Gefühl gehabt, dass man mich wirklich weiter haben wollte, wäre es nicht an finanziellen Dingen gescheitert. Schließlich habe ich in Nürnberg erst vor einem Jahr ein Haus gebaut“, erklärte der Abwehrspieler.

Wolf zog traurig von dannen – zunächst ohne konkrete Pläne. Eine Option schien Eintracht Frankfurt. Aber der Zweitligist wähnte sich schon zu sicher und meldete voreilig, dass nur noch die Unterschrift des Nürnbergers fehlen würde. Derweil verhandelte Wolf in der Türkei mit Eskisehirspor. Doch seine Wünsche waren andere: „Ich habe gehofft, dass noch ein Angebot aus der Bundesliga kommen würde. Es ist schön, dass dies kam und noch schöner, dass es von Werder kam.“

Beide Seite profitieren davon: Werder braucht einen Innenverteidiger und Andreas Wolf freut sich auf seine neue Aufgabe. „Ich werde hart arbeiten und alles dafür geben, dass Werder wieder den Weg nach oben findet“, sagt Wolf, der das erste Mal auf Norderney ist: „So gute und schöne Trainingsbedingungen wie hier habe ich selten gesehen.“ Naturschützer Borowski wird darauf achten, dass dies auch so bleibt.

Derweil bestätigte Manager Klaus Allofs, dass ihm für eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Torhüter Tim Wiese finanziell derzeit die Hände gebunden seien. „Daher ist es legitim, wenn sich Tim andere Angebote anhören würde. Diese liegen ihm aber bislang nicht vor“, sagte er zu den Gerüchten, Wolfsburg hätte Interesse an Wiese.

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