BREMEN, 20. Juli 2011


Werder-Krisengipfel: Aufsichtsrat macht kein Extra-Geld locker

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Sind sich uneinig in Sachen Finanzierung: Sportdirektor Klaus Allofs (links) und Trainer Thomas Schaaf (rechts) auf der einen, Aufsichtsratschef Willi Lemke auf der anderen Seite Bild: dpa Bild vergrößern

Bremen - Sie redeten sich beim Krisengipfel die Köpfe heiß, doch nach einem Machtwort von Willi Lemke bleibt bei Werder Bremen erst einmal alles beim Alten. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hanseaten wies Forderungen von Geschäftsführer Klaus Allofs nach finanziellen Nachbesserungen erneut zurück. Wie der 64-Jährige am Tag nach der gemeinsamen Unterredung betonte, werde bei Werder “auch weiterhin nur das Geld ausgegeben, das eingenommen wird“.

Damit bleibt der finanzielle Rahmen für die sportliche Führung weiter eng gesteckt und Unruhe programmiert. Geschäftsführer Allofs und Trainer Thomas Schaaf hatten zuletzt personelle Nachbesserungen gefordert, weil in Sebastian Boenisch, Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl und Mikael Silvestre fünf Abwehrspieler ausfallen.

„Wir haben hart, aber konstruktiv diskutiert. Da die Einnahmen aus der Champions League fehlen, ist die finanzielle Ausstattung gegenüber der Vorsaison, wo wir durch diese Einnahmen und den Özil-Transfer einen Gewinn erwirtschaftet haben, deutlich verringert“, sagte Lemke.



Zwar gaben beide Parteien nun bekannt, dass „die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat verschiedene Wege abklopft, um noch einen weiteren Abwehrspieler zeitnah verpflichten zu können“. Doch um etwa den Griechen Sokratis Papastathopoulos vom FC Genua ausleihen zu können, dürfte Werder auf vorherige Spielerverkäufe angewiesen sein. Klar ist, dass Allofs und Schaaf von der äußerst zögerlichen und geringen finanziellen Unterstützung des Aufsichtsrats schwer enttäuscht sind - dies konnten und wollten sie zuletzt nicht verbergen. Zudem dürfte der Zwist Werders strategische Position auf dem Transfermarkt nicht gerade gestärkt haben.

Sollte es im Machtkampf überhaupt einen Gewinner geben, ist es wohl Willi Lemke. Doch misslingt der Saisonstart auch infolge fehlender personeller Alternativen, droht dem Verein eine monatelange Schlammschlacht. Dann ist auch eine Trennung von den Bremer Idolen Allofs und Schaaf am Ende der Saison denkbar. Die Möglichkeit wollte Werders Geschäftsführer öffentlich bereits nicht mehr ausschließen.

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Die Unruhe im Klub und der zögerliche Umgang mit dem Scheckbuch sorgen dafür, dass auch die Stars offen vom Abschied reden. Neben Torwart Tim Wiese sondiert nun auch Torjäger Claudio Pizarro den Markt: „Ich werde versuchen, eine gute Saison zu spielen. Danach schaue ich mich nach anderen Möglichkeiten um“, sagte Pizarro der peruanischen Zeitung El Comercio.




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