HANNOVER, 8. November 2011


Streit um Zeitplan und Kosten

Jade-Weser-Port Opposition fordert feste Finanzierungszusagen für Lärmschutz


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Täglich ist mittlerweile der Baufortschritt am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven zu verfolgen. BILD: Heiner Otto  Bild vergrößern

SPD und Grüne fürchten Mehrkosten beim Hafenbau von 220 Millionen Euro. Sie verlangen Vereinbarungen für jeden Bauabschnitt der Bahnstrecke.

von Marco Seng

Hannover - SPD und Grüne kritisieren die verspätete Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports. Dem Land drohten dadurch zusätzliche Kosten von 220 Millionen Euro. Die beiden Oppositions-Fraktionen im Landtag fordern zudem eine Finanzierungszusage von Bund und Bahn für den Lärmschutz an der Schienenstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven. „Die Menschen glauben nicht mehr frommen Worten, sondern nur noch Verträgen“, sagte der Grünen-Verkehrsexperte Enno Hagenah am Montag in Hannover.

Hagenah nannte die Klagen aus Oldenburg gegen den Streckenausbau „Gift für den Hafen“, zeigte aber Verständnis für das gewachsene Misstrauen in der Region. SPD und Grüne schlagen als Lösung vor, dass Bund und Bahn für jeden Bauabschnitt eine verbindliche Finanzierungszusage unterschreiben, auch wenn die Gesamtplanung noch nicht abgeschlossen ist. Das Problem der Alexanderstraße in Oldenburg dürfe kein „Scheinargument“ für einen Baustopp in anderen Bereichen sein, erklärte Hagenah.



Die Opposition gibt der CDU/FDP-Landesregierung die Schuld für die Mehrkosten beim Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven. „Wir müssen die Probleme dem Land anlasten“, sagte SPD-Fraktionsvize Gerd Will. Niedersachsen drohten neben rund 100 Millionen Euro Zusatzkosten auch 20 Millionen Euro fehlende Umsatzerlöse sowie bis 2021 ein Bewirtschaftungsdefizit von bis zu 100 Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Jade-Weser-Port in diesem November in Betrieb gehen. Die Eröffnung ist jedoch auf August 2012 verschoben worden.

Die Landesregierung wies die Kritik zurück. „Die Vorwürfe der Opposition sind hergeholt und konstruiert“, sagte Ministerpräsident David McAllister (CDU). Er könne die negative Einstellung zum größten Infrastrukturprojekt in Niedersachsen nicht verstehen. „Die Opposition soll aufhören, dieses Erfolgsprojekt schlecht zu reden“, erklärte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). Der Jade-Weser-Port liege voll im Zeitplan. Einzig wegen der weltweiten Finanzkrise sei die Inbetriebnahme auf den 5. August 2012 verschoben worden. Laut Bode sollen die Kapazitäten der Bahnstrecke vor Fertigstellung des Lärmschutzes nicht über das heute zulässige Maß hinaus erhöht werden. „Wir nehmen die Bedürfnisse der Anwohner sehr ernst.“

SPD und Grüne fordern die schwarz-gelbe Landesregierung auf, die notwendige Planung für den zweiten Bauabschnitt des Hafens sofort zu beginnen. Bau und Betrieb müssten komplett privat finanziert werden. Darüber hinaus müsse der Tiefwasserhafen umgehend in das europäische Kernnetz aufgenommen werden, um an EU-Fördermittel zu kommen.

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 @ Mehr Infos unter http://www.NWZonline.de/jadeport


 

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