SPD: Lies unterliegt - Weil darf McAllister herausfordern
Spd-Mitgliederentscheid Enttäuschung im Nordwesten – Olaf Lies hatte bis zuletzt auf Sieg gehofft
von Christoph Kiefer und Marco Seng
Hannover/Oldenburg - Viele in der SPD hatten einen Erfolg für Stephan Weil vorhergesagt. Doch als gegen 19 Uhr die ersten Ergebnisse bekannt wurden, war die Entscheidung zunächst alles andere als eindeutig. Erst gegen 21 Uhr deuteten die Zahlen auf ein unumkehrbares Ergebnis für Weil hin.
In der SPD-Landesgeschäftsstelle in Hannover wurde Weil, der dort gegen 21.40 Uhr eintraf, begeistert empfangen. „Heute ist ein bewegender Tag“, sagte der Wahlsieger. „Ab jetzt geht es drauf auf den politischen Gegner.“ Schwarz/Gelb müsse sich „warm anziehen“. Weil dankte auch Olaf Lies und versprach, er werde um das Vertrauen auch der Lies-Anhänger werben.
Weil schnitt in den Zählbezirken Celle und Lüneburg mit jeweils über 70 Prozent am besten ab. Auch in Lüneburg, Salzgitter und Osterode lag Weil vorne. Lies kam mit über 80 Prozent im Zählbezirk Aurich auf sein bestes Ergebnis. Vorne lag der 44-Jährige auch in Achim und Meppen.
Im Oldenburger Hotel CCH hatten Olaf Lies und eine Reihe von Parteifreunden bis zuletzt gehofft. Vor allem das gute Ergebnis für Lies in der Zählstelle Meppen hatte der Hoffnung neue Nahrung gegeben. Doch mit dem haushohen Sieg von Weil im Bereich der Zählstelle Celle war das Gesamtergebnis klar. Dieser Vorsprung war nicht mehr aufzuholen.
Die Enttäuschung war Lies, der den ganzen Abend über die hohe Wahlbeteiligung und seine guten Teilergebnisse betont hatte, deutlich anzumerken. Er zeigte sich jedoch als guter Verlierer und gratulierte Weil zum Sieg. „Natürlich bin ich enttäuscht, aber der Mitgliederentscheid war richtig. Über die extrem gute Unterstützung in der Region bin ich natürlich sehr froh.“ Allgemein positiv aufgenommen wurde in der SPD die rege Wahlbeteiligung. Der Mobilisierungseffekt innerhalb der Partei sei unübersehbar, hieß es. An der Wahl hätten sich Mitglieder beteiligt, die „schon lange nicht mehr zu sehen waren“, hieß es.
Für Verzögerung bei der Auszählung hatte zuletzt Cuxhaven gesorgt. Die örtlichen Wahlhelfer hatten eine Unterschrift vergessen, die Voraussetzung ist, um die Stimmen werten zu können. Es wurde versucht, per Fax die Unterschriften zu besorgen.
Daniela Behrens, Lies’ Stellvertreterin im SPD-Landesvorstand, Landtagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende in Cuxhaven, versprach, die Partei werde nun geschlossen Stephan Weil unterstützen.
„In dieser Woche sind noch ein paar Tränen wegzuwischen, aber uns verbindet alle in der SPD Niedersachsen das Ziel, den nächsten Ministerpräsidenten zu stellen.“ Einige Missstimmigkeiten sind aber zu beseitigen: „Die Stimmungsmache einiger Parteiprominenter wie Peter Struck war absolut nicht in Ordnung“, sagte der Wilhelmshavener Kreisverbandsvorsitzende Volker Bloch. „Das hätten sie sein lassen sollen. Das gehört sich nicht.“
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