Obdachlose müssen nicht lange frieren
Kälte Im Oldenburger Land ist für den Winter vorgesorgt – Gemeinden und Städte bieten Unterkünfte
von Anna Zacharias Und Unseren Lokalredaktionen
Oldenburger Land - In Osteuropa ist die Lage dramatisch: 120 Obdachlose sollen in der Kälte dieses Winters bereits erfroren sein. Auch in Deutschland sind bereits mehrere Menschen dem Frost zum Opfer gefallen. In der Region scheint man vorgesorgt zu haben.
Bei der Oldenburger Bahnhofsmission der Diakonie herrscht Hochbetrieb. „Uns gehen die Kaffee und Teevorräte aus“, sagt der stellvertretende Leiter der Einrichtung, Kai Niemann. Der tägliche Durchschnitt liege bei 90 Gästen, die bei der Kälte gern länger ausharren und einen Becher Kaffee mehr trinken.
Nächtigen können Betroffene in der Unterkunft am Sandweg in Osternburg, für die das Ordnungsamt zuständig ist. „Wir haben 40 Plätze, von denen durchschnittlich 14 belegt sind“, sagt Andreas van Hooven, Pressesprecher der Stadt Oldenburg.
Von einer kältebedingten Notsituation ist auch in Delmenhorst keine Rede. „Uns ist nicht bekannt, dass sich Obdachlose bei dieser Kälte im Freien aufhalten“, sagt der Bereichsleiter der stationären Wohnungslosenhilfe des Gut Dauelsberg, Matthias Meyer.
Auch in Nordenham gibt es keine Probleme mit der Unterbringung und Versorgung von Obdachlosen. „Wir haben ein Versorgungssystem und ein gutes soziales Netz“, sagt Karin Springer, Sozialarbeiterin des Tagesaufenthaltes der Diakonie in Nordenham. Wer in den Tagesaufenthalt kommt, wird mit Kaffee, Tee oder Frühstück versorgt.
In Cloppenburg hat der städtische Streetworker Wladimir Sterlikow in den vergangenen Nächten zwei Obdachlose angesprochen und ihnen die Obdachlosenunterkunft an der Sevelter Straße angeboten. Beide sind aber anderweitig untergekommen.
In der Obdachlosenunterkunft der Gemeinde Ganderkesee leben laut Fachdienstleiter Rainer Heinken derzeit zwei Bewohner.
In der Stadt Brake gibt es ein „Durchreisenden-Asyl“, das fünf Obdachlosen einen Schlafplatz bietet. Laut Detlef Wiggers vom städtischen Ordnungsamt reicht diese Anzahl aus. Obdachlose können sich Übernachtungsgutscheine bei der Polizei holen. In der städtischen Obdachlosenunterkunft in Varel (Kreis Friesland) darf eine Person zehn Tage am Stück bleiben.
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