Gemeinsam gegen Sonntagsarbeit
Protest Schlachtbetrieb des Danish-Crown-Konzerns will am Wochenende starten
von Peter Linkert Und Norbert Wahn
Essen - Die Proteste gegen die von dem Fleischkonzern Danish Crown an seinem Standort in Essen (Landkreis Cloppenburg) geplante Sonntagsarbeit verschärfen sich. Nachdem die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und Gewerkschaften für Sonntag, 26. Februar, eine Mahnwache am Werkstor angekündigt haben, hat sich am Mittwoch Weihbischof Heinrich Timmerevers mit den Protesten solidarisiert und alle, die sich betroffen fühlen, aufgefordert, sich an der Mahnwache, die um 21 Uhr beginnt, zu beteiligen.
Mit im Boot ist mittlerweile auch der Landesverband Oldenburg des Kolpingwerks. Mit Befremden habe man die Nachricht aufgenommen, dass Danish Crown an diesem Sonntag mit den Schlachtungen um 22 Uhr beginnen will. Immer wieder würden Bestrebungen auftreten, allein nur wirtschaftliche Interessen und Betrachtungsweisen absolut zu setzen und ihnen alle Dimensionen des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens unterzuordnen, so das Kolpingwerk in einer Stellungnahme.
Dadurch gerieten die Sonn- und Feiertage als Perioden der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung stark unter Druck. Seit Jahren vollziehe sich eine schleichende Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Immer mehr Bereiche würden für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen vereinnahmt, zitiert das Kolpingwerk die Grundsatzerklärung der „Landesallianz für den freien Sonntag in Niedersachsen“, zu der auch die KAB und Gewerkschaften gehören.
Timmerevers wird noch deutlicher: „Es darf nicht sein, dass aus ökonomischen Partikularinteressen eines Wirtschaftsunternehmens das in unserem Kulturraum über Jahrhunderte schwer erkämpfte Allgemeingut arbeitsfreier Sonn- und Feiertage von Danish Crown zu Lasten der Arbeitnehmer und ihrer Familien beschädigt wird“, heißt es in seiner Erklärung. Dies gelte im Übrigen auch für andere Unternehmen in der Region, die bereits mit der Einführung von Sonntagsarbeit begonnen haben.
Unterstützung erhielt Timmerevers vom Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Jan Janssen: „Dies ist ein gutes Signal zum Schutz des Sonntages. Im guten ökumenischen Miteinander unterstütze ich das Anliegen von Weihbischof Heinrich Timmerevers. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich hier nicht um die verabredeten Ausnahmebereiche von Pflege und Tourismus handelt, sondern um ein Unternehmen, das den Rhythmus von Arbeit und Ruhe in gewinnoptimierendem Interesse verändern will.“
Hintergrund des Arbeitsbeginns am Sonntag sei eine Bestimmung des Lebensmittelrechts, dass nur sieben Grad kalte Ware verladen werden dürfe, so Danish-Crown-Geschäftsführer Jürgen Focke. Man habe also nach Möglichkeiten suchen müssen, die Ware länger im Kühlhaus haben zu können.
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