Tillichs drei Rezepte für Bevölkerungszuwachs
Politik Sächsischer Ministerpräsident spricht in Cloppenburg über Anstrengungen seines Landes
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (links) im Gespräch mit dem geistlichen Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld, Dr. Marc Röbel. BILD: Carsten Mensing 
Cloppenburg - Zukunftssichere Arbeitsplätze, umfassende Kinderbetreuung, bestmögliche Ausbildung: Das sind für den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) die drei Rezepte, um den demografischen Wandel in Deutschland abzumildern. Der 52-Jährige sprach am Mittwochabend auf Einladung von Weihbischof Heinrich Timmerevers (Vechta) vor rund 200 Besuchern in der Katholischen Akademie Stapelfeld (Stadt Cloppenburg).
Sachsen, das – so Tillich – auf Grund der wirtschaftlichen Ungewissheit nach der Wende mit einem dramatischen Geburtenrückgang zu kämpfen hatte, habe sich inzwischen stabilisiert. 1994 waren im Freistaat 22 000 Kinder zur Welt gekommen, 2011 schon wieder 36 000. Dresden sei zum dritten Mal die geburtenreichste Stadt gewesen. Inzwischen bekäme jede Dresdner Frau zwei Kinder.
Staatliche Transferleistungen wie Kinder-, Betreuungs- oder Erziehungsgeld würden denjenigen Eltern helfen, die sich bewusst für Kinder entschieden hätten. Für die Frage, ob man überhaupt Kinder haben wolle, seien diese Zuschüsse – so Tillich - von untergeordneter Bedeutung.
Nichtsdestotrotz werde auch die sächsische Bevölkerung weiter schrumpfen. Wohnten 1990 noch fünf Millionen Menschen dort, sind es inzwischen 4,14 Millionen. 2020 werden es nach einer älteren Prognose 3,7 Millionen sein. Tillich: „Ich hoffe, dass wir bei 3,9 Millionen landen.“
Sachsen habe es geschafft, moderne Arbeitsplätze anzusiedeln. So verfüge das Land als einziger Ort in Europa über einen Standort zur Halbleiterproduktion. „Ich bin Ihnen im Westen dankbar, dass Sie in den vergangenen 22 Jahren den Solidaritätszuschlag gezahlt haben. Wir haben das Geld nicht wie jetzt in Griechenland zum Schuldenzinsen-Tilgen verwendet.“ Sachsen sei inzwischen finanziell so gut aufgestellt, dass es seinen Beitrag bei der Entschuldung der westdeutschen Länder Bremen, Schleswig-Holstein und Saarland leiste.
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