Manuel Meyer rennt in Löninger Herzen
Hasetal-Marathon Favorit gewinnt in Streckenrekordzeit – Start-Ziel-Sieg – Hempelmann schnellste Frau
Hüpfte glücklich ins Ziel: Die Münsteranerin Jana Hempelmann kann ihren Sieg in Löningen kaum fassen. BILD: Bodo Tarow 
von Bodo Tarow
Löningen - Locker kam er rüber. Sympathisch, bescheiden und publikumsnah – das ist der deutsche Marathon-Vizemeister Manuel Meyer. Der im Juli 30 Jahre alt werdende dreifache Familienvater aus dem westfälischen Coesfeld hat am Sonnabend bei der neunten Auflage des „Remmers-Hasetal-Marathons“ die Massen in Löningen begeistert (siehe Bericht auf Seite 15).
Vor dem Startschuss tauschte sich Meyer noch freundschaftlich mit Vorjahressieger Marco Diehl aus und beäugte kurz die ebenfalls in erster Reihe postierte Konkurrenz aus Afrika. Dann ging’s los. Meyer setzte sich gleich hinter die vorne davon ziehende Spitze des Halbmarathonfeldes und lief dann wie ein Schweizer Uhrwerk seinen Stiefel runter. Schnell vergrößerte er den Abstand vor dem noch jungen Kenianer David Kirui und dem nachmeldenden Polen Lucas Panfil.
Spätestens als Meyer nach 21 Kilometern durch die Löninger Innenstadt düste, war klar, dass der Streckenrekord des Ungarn Tamas Toth (2:24,59 Stunden) aus dem Jahr 2009 wackelte. Meyers Durchgangszeit lag knapp über 1:11 Stunden.
Der sich selber als „engagierter Hobbyläufer“ bezeichnende Gerüstbauer ließ auf der zweiten Schleife nichts mehr anbrennen. Frenetisch bejubelt lief er nach 2:23,23 Stunden auf dem Marktplatz ins Ziel. Mit über vier Minuten Abstand folgte Panfil (2:28,49 Stunden), der wiederum Kirui (2:32,31 Stunden) noch abschütteln konnte. Vorjahressieger Marco Diehl (Butzbach) nahm seinen vierten Rang gelassen (2:37,03 Stunden).
„Mir hat es in Löningen gut gefallen. Das Wetter war nicht ganz optimal. Aber der Regen hat gegen Ende für Abkühlung gesorgt. Ich hatte zwischendurch einen kleinen Hänger. Dann lief es aber wieder rund und ich konnte den neuen Streckenrekord packen“, erklärte Meyer. Seine Ehefrau Severine hatte ihn während er 42,195 Kilometer auf dem Fahrrad begleitet und motiviert.
Zum schnellsten Marathoni aus dem Kreis Cloppenburg avancierte in Löningen der zuletzt immer stärker werdende Ludger Drees. Der frühere Fußballer aus Ermke lief in der Zeit von 3:24,37 Stunden als guter 35. der Gesamtwertung ins Ziel.
Bei den Frauen holte Jana Hempelmann aus Münster gleich bei ihrem ersten Start in Löningen zum großen Wurf aus. Im Mai in Hamburg hatte sie bei den Deutschen Meisterschaften noch nach 28 Kilometern aufgeben müssen. Am Sonnabend lief alles rund. Ausgelassen jubelnd – und von den Zuschauern bejubelt – hüpfte sie ins Ziel. Die Zeit von 2:54,20 Stunden bedeutete für die Münsteranerin neue persönliche Bestzeit.
„Ich bin überglücklich. Das ist der Wahnsinn“, waren Hempelmanns erste Worte im Ziel. Auf der zweiten Runde habe sie ein einsames Rennen gelaufen. „Das hat mir aber nichts ausgemacht. Ich fühlte mich gut und habe mein Rennen zu Ende gelaufen.
Als Hempelmann ihre Gratulationen längst entgegen genommen hatte, wurde es wieder laut. Als Zweite lief die Niederländerin Mariette Ten Bokkel-Ammerlaan in 3:12,38 Stunden ins Ziel. Sie hatte es geschafft, auf den letzten Kilometern Ute Deters vom Tus Eversten (3:17,17 Stunden) auf Distanz zu halten.
Bestens angenommen wurde in Löningen der Staffel-Marathon. 50 Vierergruppen aus Vereinen, Firmen oder Freundeskreisen fanden den Weg ins Ziel. Den Sieg in 2:47,09 Stunden lief das Team Volkys Garreler (Reinhard Brandewie, Frank Dicke, Christina Gerdes und Fabian Kühling) heraus. Auf die Plätze kamen der TuS Ofen und „Ölen für Böen“.
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