Stulke und Bruhn glänzen mit Rekorden
Klootschießen Nachwuchswerfer aus Friesland springen mit persönlichen Bestleistungen auf EM-Zug
Den Kloot im Blick, die EM im Sinn: Sören Bruhn schraubte seine persönliche Bestmarke auf 81,15 m.Jens Stindt BILD: BILD: Wolfgang BöningBöning 
von Wolfgang Böning
Bohlenbergerfeld - Die Würfel sind gefallen, der EM-Kader steht: Für die Aktiven des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) stand am Sonnabend in Bohlenbergerfeld das letzte Qualifikationswerfen im Kloot und mit der Hollandkugel für die Europameisterschaften, die vom 17. bis 20. Mai in Pesaro (Italien) ausgetragen werden, an.
Trotz der vielen Regenfälle der vergangenen Wochen und Tage fanden die Aktiven auf dem Segelflugplatz immer noch einen festen Boden, und damit gute Bedingungen vor. Nach Beendigung der Wettkämpfe in den einzelnen Altersklassen warteten die Friesensportler gespannt auf Bekanntgabe der Ergebnisse durch den FKV-Vorsitzenden Jan Dirk Vogts und seinen Stellvertreter Stephan Gerdes.
Große Veränderungen hatten sich zuvor im Gesamtklassement nicht ergeben. Beim Klootschießen nach drei Werfertagen kamen die zwei besten Durchgänge mit jeweils drei Wurf in die Wertung. Bei der Hollandkugel zählten das erste Werfen der Qualifikation im August 2011 sowie die beiden besten Weiten von den insgesamt drei Quali-Wettkämpfen in Bohlenbergerfeld.
In der weiblichen Jugend machten sich dabei für Lena Stulke (KBV Schweinebrück) die intensiven Trainingsvorbereitungen am Ende des vergangenen Jahres einmal mehr bezahlt. Die erst 14-jährige Friesländerin, die von ihrem Vater Gisbert und Trainerin Angela Eggers betreut wird, hatte mit dem 375-Gramm-Kloot bereits beim Silvesterwerfen in Spohle mit 49,45 m an der 50-Meter-Marke gekratzt. Sie stellte nun in Bohlenbergerfeld mit 50,50 m eine persönliche Bestmarke auf. Mit der Bestleistung aller Mädchen bis 18 Jahren an diesen Tag (144,10 m) sprang sie als Drittplatzierte auf den EM-Zug auf. Zum vierköpfigen Team gehören noch drei Mädchen vom Landesverband Ostfriesland.
Die Gesamtführende Luisa Friedrichs (Dietrichsfeld) hatte derweil einen „Blackout“. Ein Wurf unter zehn Meter und die Gesamtweite von nur 74,05 m stellten natürlich klar ihr Streichergebnis dar.
Lob von Bahnweisern
Bei der männlichen Jugend erzielte einmal mehr der Topfavorit Keno Vogts (KBV Hollwege/253,50 m) den Höchstwurf mit der 375-Gramm-Kugel (87,10 m). Eine große Steigerung gelang dem Zweitplatzierten und damit ebenfalls sicheren EM-Teilnehmer Sören Bruhn. Der Grabsteder warf 81,15 m weit und bekam für diesen Wurf von den Bahnweisern schon nach dem Aufschlag der Kugel großes Lob: „Super, hervorragend!“ Und seine Leistungssteigerung konnte sich wahrlich sehen lassen, denn seine Bestmarke lag bisher bei 76,30 m.
Wie dicht Erfolg und Misserfolg beieinander liegen, bekam indes sein Mannschaftskollege Daniel Hattermann gnadenlos zu spüren. Zwar gelang dem Grabsteder erst eine persönliche Bestleistung von 67,70 m, dann folgte mit dem letzten Wurf aber der totale Ausrutscher (43,35 m). Da seine Mitkonkurrenten parallel alle Leistungssteigerungen vorlegten, rutschte er als Sechster noch aus dem fünfköpfigen EM-Jungenteam. Am Ende fehlten ihm 15 Meter.
Einzige Oldenburgerin
Bei den Frauen konnte sich Sabine Altona aus Sandelermöns zwar nicht mehr verbessern (Streichergebnis), steht aber als einzige Oldenburgerin auf dem Reserveplatz im siebenköpfigen Frauenteam.
Jens Stindt, der für Spohle startet, legte bei den Männern erneut die Tagesbestleistung (86,20 m) mit dem 475-Gramm-Kloot vor. Der Rosenberger führt das zwölfköpfige Männerteam an. Ebenfalls sicher im Team sind zwei Grabsteder: Thore Fröllje (2.) sowie der amtierende Jugendeuropameister Timo Petznik (9.). Auch Henning Feyen (Ruttel) bewies Nervenstärke. Er ist Zehnter vor den beiden Reserveplätzen. Als 13. schrammte Renko Altona (Horsten) indes nur um 2,30 m an der Nominierung vorbei.
Für die EM-Teilnehmer stehen bis zu den Europameisterschaften in Pesaro/Italien (17. bis 20. Mai) nun noch vier Trainingseinheiten auf dem Programm. Dies gilt sowohl für die Klootschießer als auch für die EM-Starter mit der Hollandkugel.
Durchaus vorstellbar ist es dabei, dass von den Verantwortlichen des FKV in Bezug auf den sportlichen Leistungsstand der Aktiven noch kleine Veränderungen im EM-Kader vorgenommen werden, was die Positionen (Stamm- und Reserveplätze) angeht.
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