„Solch ein dreifacher Sieg ist einmalig“
26. Feldkampf Rekordstarter Müller zieht in Utgast wie FKV-Vorstand Vogts positives Fazit
So sehen Sieger aus: Ausgelassen feierten die Junioren-Klootschießer des Landesverbandes Oldenburg trotz der Eiseskälte in Utgast ihren knappen Sieg gegen die Ostfriesen. Es war der erste Erfolg im Feldkampf seit 1996.Weiß auf Schwarz beim traditionellen Klappern an der Tafel: die Weiten der Oldenburger Männer BILD: BILD: Wolfgang BöningWolfgang Böning 
von Henning Busch Und Wolfgang Böning
Utgast - Auch zwei Tage nach dem bis zum letzten Wurf spannenden Feldkampf-Spektakel zwischen den besten Klootschießern der Landesverbände Oldenburg und Ostfriesland in Utgast – die NWZ berichtete – schwärmten alle Beteiligten von den anspruchsvollen Bedingungen auf dem Wettkampfgelände nahe Esens.
„Man muss dem Verein Freesena Utgast mit dem Vorsitzenden Detlef Peters und dem großem Helferteam für die perfekte Organisation ein dickes Lob zollen“, sagte Jan Dirk Vogts, Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV). „Das war hervorragende Werbung für unser anspruchsvolles Klootschießen“, bilanzierte er auch mit Blick auf die nach 28 Würfen und mehr als acht Stunden hauchdünne Entscheidung zugunsten der Oldenburger Männer, die sich beim 26. Länderkampf mit einem Vorsprung von nur einem Meter diebisch über den vierten Sieg in Folge freuen konnten.
„Das war ein tolles und absolut erlösendes Gefühl, als unsere Oldenburger nach meinem letzten Wurf jubelten“, zeigte sich Oldenburgs Schlusswerfer Timo Petznik (Grabstede) erleichtert über seinen erfolgreichen Schlussakt in der mitunter dramatischen Auseinandersetzung.
War Vogts mit dem Besuch von rund 2000 Schaulustigen am Sonntag zufrieden, bedauerte er die „schwache Resonanz“ auf die Feldkämpfe der Jugend und Junioren am Sonnabend, die ebenfalls die Oldenburger Teams für sich entscheiden konnten. „Auch unsere jungen Klootschießer hätten noch mehr Unterstützung aus ihrem Verein und der Region verdient gehabt.“
Vor rund 400 Käklern und Mäklern hatten sich Oldenburgs Junioren zum ersten Mal seit 1996 wieder gegen den ostfriesischen Nachwuchs durchgesetzt – mit 90 Metern Vorsprung. Umso deutlicher fiel der Erfolg der Jugendlichen um die Ausnahmewerfer Keno Vogts (Hollwege) und Sören Bruhn (Grabstede) mit drei Schoet aus.
Der 26. Feldkampf war zu Ehren des legendären Klootschießers Gerd Gerdes, der 1935 als Erster überhaupt mit der Kugel die 100-Meter-Marke übertroffen hatte und Ende Januar 100 Jahre alt geworden wäre, in dessen Geburtsort Utgast vergeben worden. Aufmerksame Beobachter des Traditionsduells zwischen Ostfriesen und Oldenburgern sowie fachmännische Ratgeber für „ihre“ jeweiligen Teams waren an beiden Tagen diverse Ex-Spitzenwerfer des FKV – unter ihnen Hans-Georg Bohlken (Ruttel) und Stefan Albarus (Norden), der seine aktive Laufbahn 2011 beendet hat, mit 106,20 Metern aber immer noch den aktuellen Weltrekord im Standkampf innehat. Beim Feldkampf zählt der Trüll, das Ausrollen der Kugel mit.
Derweil hatte Detlef Müller vom Mentzhauser TV doppelten Grund zur Freude: Er zog mit seinem elften Einsatz für Oldenburg mit den bisherigen Rekord-Teilnehmern Berend-Georg Tapkenhinrichs und Hans-Georg Bohlken gleich.
„Dazu gehört neben der entsprechenden Leistung auch das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben“, sagte Müller und blickte kurz zurück: „Ein besonderes Erlebnis war für mich, dass ich 1986 in Jever als 16-Jähriger zu meinem ersten Einsatz bei den Männern kam, und dann gleich den ersten Sieg der Oldenburger nach 16 Jahren gegen Ostfriesland mit 64,40 m Vorsprung bejubeln durfte.“ Aber auch seinen elften Wettkampf stufte er als einen besonderen ein: „Unser dreifacher Sieg ist etwas Einmaliges. Das hatte man sich zum 100. Geburtstag von Gerd Gerdes im Lager der Ostfriesen auf eigenem Gelände sicher ganz anders ausgemalt.“
@ Mehr Infos unter http://www.NWZonline.de/friesensport @ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-friesland NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/tv
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