Sport-Krimi zu später Stunde
Football Oldenburger Clubs Outlaws und Knights verfolgen den Super Bowl
Szene aus dem Super Bowl: New England Patriots Quarterback Tom Brady (2. von links) bereitet den Spielzug vor. Die New York Giants (weißes Trikot) erwarten den Angriff. BILD: DPA 
von Jannik Deters
Oldenburg - Nicht selten käme bei einer solchen Szene die Polizei: Es ist Montagfrüh, 2 Uhr, und in der Oldenburger Wallstraße formieren sich zehn bis 15 Männer, um gleich aufeinander loszugehen. Doch es sind nur die Footballer der Oldenburg Outlaws, wie sich an ihrer Kleidung unschwer erkennen lässt, die sich während der Halbzeit des Super Bowl, dem Finalspiel der nordamerikanischen Football-Profiliga, ein wenig die Füße vertreten wollen.
Auf ein Kommando und mit viel Kampfgeschrei kommen die beiden Teams zusammen, der Ball wird freigegeben und das Spiel beginnt. Die Verlierer machen bei Minus 10 Grad Außentemperatur Liegestütze in T-Shirts.
Gemeinschaftsgefühl
Bei den Profis im Finale von Indianapolis steht es zwischen den New England Patriots aus Boston und den New York Giants 10:9. Über 68 000 Menschen im Stadion und 173 Millionen vor den TV-Bildschirmen allein in den USA sehen zu. Was verleitet die rund 120 Besucher der Super-Bowl-Party in einer Kneipe in Oldenburg dazu, zur Tiefschlafzeit American Football zu gucken?
Matthias Müller, Spieler der Outlaws, sagt: „Es geht um das Gemeinschaftsgefühl im Team. Bei uns kommt jeder mit jedem zurecht.“ Der Organisator der Veranstaltung, Michael Siefken, hat großen Anteil daran, dass der in den USA höchst populäre Sport in Oldenburg an Bedeutung gewinnt. Neben den Outlaws (dem SV Eintracht zugehörig) existiert noch ein anderes Team.
Mit den Oldenburg Knights (VfL), die Siefken nach einer Meinungsverschiedenheit vor einem guten halben Jahr verließ, um dann die Outlaws zu gründen, kommt es in der im April beginnenden Oberliga-Saison zum Stadtderby.
Die bevorstehenden Duelle mit den Outlaws bezeichnet Knights-Pressesprecherin Kathrin Eilers als „interessantes Zusammenkommen“. Und trotzdem: „Die Mannschaft blickt dem Derby gelassen entgegen und setzt auf sportliche Erfahrung“, sagt Eilers. Beide Seiten, Knights und Outlaws, versuchen, Dampf aus der Partie zu nehmen. Man kennt sich, man schätzt sich nicht unbedingt.
Die Knights, die in ihrer ersten Spielzeit im vergangenen Jahr gleich Vizemeister in der Landesliga wurden, schmücken sich, wie auch die Outlaws, mit Erstliga-Erfahrenen. Siefken verpflichtete außerdem, nach eigenen Angaben, einen US-amerikanischen Trainer und einen ehemaligen College-Absolventen.
Kontrastprogramm
Nach der Halbzeitzeremonie wird in Indianapolis wieder Football gespielt. Das von Werbepausen durchdrungene Finale schauen sich auch die Knights an. Im Sportpark Donnerschwee haben sich knapp 40 Eidgenossen versammelt, es geht ruhiger zu als bei den Outlaws. Es wirkt wie ein Kontrastprogramm zur Szene in der Wallstraße.
Den Super Bowl gewinnen die New Yorker mit 21:17. Wer in Oldenburg am größten rauskommt, wird sich zeigen.
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