VAREL, 14. Juli 2011


Küstenautobahn A20: Bürgermeister sehen südliche Trasse kritisch

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Prof. Bernhard Stüer (links) empfiehlt für den Bau der Küstenautobahn die südliche Trasse. Aufmerksame Zuhörer sind auch (von links) Staatssekretär Enak Ferlemann, Wirtschaftsminister Jörg Bode und Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner BILD: Lukas Lehmann  Bild vergrößern

Die Interessen der Bürger würden noch zu wenig berücksichtigt. Wirtschaftlicher Wachstum werde nicht erwartet.

von Hartmut Kern

Varel - Weißwangen- und Blessgänse werden auch künftig ungestört im Naturschutzgebiet „Marschen am Jadebusen“ nisten und brüten können. In seinem Gutachten zur Planung der Küstenautobahn A 20 im Bereich der Wesermarsch-Gemeinde Jaderberg warnt Prof. Bernhard Stüer „vor hohen rechtlichen Risiken“, falls an der bisher bevorzugten Variante West 2 festhalten werde, die nördlich an Jaderberg vorbeiführen soll.

Der Verwaltungsrechtler aus Münster gibt den Interessen des Natur- und Artenschutzes und damit der Trasse West 3 südlich von Jaderberg den absoluten Vorrang – und das sogar „in europäischem Interesse“.

Grundsätzlich sei das Gutachten aus politischer und rechtlicher Sicht nachvollziehbar und nicht zu beanstanden, erklärte Dieter Decker, Bürgermeister der Gemeinde Rastede, im Namen seiner Kollegen in Varel, Wiefelstede und Jade. Es sei jetzt zwar gelungen, das Planungsverfahren wieder in Gang zu bringen, zu wenig würden jedoch noch wirtschaftliche Interessen der Gemeinden und die Interessen der Bürger berücksichtigt.



Nachdem sich die Menschen in der Region voll und ganz mit dem Projekt identifiziert hätten, könne die jetzige Entscheidung schnell einen Nährboden für Frustrationen schaffen, befürchtete Decker in einer ersten Stellungnahme. In einer Vielzahl von Resolutionen hätten die Bürger auf ihre Wünsche und Bedürfnisse aufmerksam gemacht, die es jetzt unbedingt in Planungen einzubeziehen gelte, forderte Decker. Ein ähnliches wirtschaftliches Wachstum wie nach dem Bau der A 29 erwartet Decker nicht.

„Tief enttäuscht“ kommentierte Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner die Ergebnisse des Gutachtens, die für ihn nicht sachgerecht seien. Varel komme einem Verkehrskollaps immer näher, befürchtete Wagner. Die Stadt müsse dringend von den 16.000 Fahrzeugen entlastet werden, die täglich auf der Bundesstraße 437 durch den Ort rollen.

Für Helmut Völkers (Wiefelstede) ist die interkommunale Arbeit „gestorben“. Er sehe in der Südtrasse keine Chancen für ein Gewerbegebiet zwischen Varel, Wiefelstede, Rastede und Jade, erklärte der Bürgermeister.

Als „absolut unsinnig“ und ohne Vorteile für die Gemeinde Jade stuft deren Bürgermeister Hennings Kaars die Südvariante ein. Er befürchtet in der Bevölkerung eine Starke Abnahme der Akzeptanz für die Küstenautobahn.

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