Projekt:
Kunst hilft beim Deutschlernen

Ausstellung mit Werken von Schülern der Sprachlernklassen eröffnet

Die Schüler hatten zuvor das Ammerland erkundet. Mit dem Oldenburger Verein „Slap“ wurde das Entdeckte künstlerisch umgesetzt.

Bad Zwischenahn/Oldenburg Schülerinnen und Schüler in ihrer neuen Heimat, Netze zwischen Menschen und Bilder von Orten, die für die Schüler eine Bedeutung haben – all das zeigt die Ausstellung „Orte in der Fremde – Vernetzungen“. Das interkulturelle Projekt der Sprachlernklassen an der Hauptschule Bad Zwischenahn mit dem Oldenburger Verein „Slap – Social land art project“ (Slap) ist Teil der Ausstellung „Ein Leben in Netzen“ des Landesmuseums für Natur und Mensch in Oldenburg“ (die NWZ  berichtete). Die wurde am Sonnabend eröffnet, selbstverständlich in Anwesenheit der Bad Zwischenahner.

Der Beitrag der insgesamt 20 Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren stellt auf einer Tafel Wege in ihrer neuen Heimat dar und zeigt Netze auf, die sie bereits geknüpft haben. Zusätzlich werden Postkarten und Drucke, die die Kinder und Jugendlichen angefertigt haben, ausgestellt. Unterstützt wurde das Projekt finanziell von der Hauptschule Bad Zwischenahn, der Erwin-Roeske-Stiftung und der Oldenburgischen Landschaft. Deren Präsident Thomas Kossendey und Bad Zwischenahns Bürgermeister Dr. Arno Schilling nahmen an der Eröffnung teil und kamen mit den Schülern ins Gespräch.

Ausstellung macht stolz

„Das Projekt war gut“, meinte etwa Adjoa Kleban. „Es gab viele nette Menschen, und ich habe etwas über meine Mitschülern und das Ammerland gelernt. Am besten gefallen hat mir die Bereisung von Bad Zwischenahn, wo wir am Meer, in der Kirche und im Jugendzentrum waren.“ Auch Asmira Suljic hat „die Arbeit viel Spaß gemacht“. Sie freute sich besonders über die Eröffnung, bei der „viele Leute unsere Bilder angesehen haben.“ „Das Kunstprojekt war super gut“, zog auch Xhesila Bajmaraj Bilanz – wie ihre Mitschüler selbstverständlich auf Deutsch. „Ich liebe Kunst. Ich habe einen Druck von einer Statue aus Rastede gemacht, der jetzt auch im Museum zu sehen ist.“ Mitschülerin Saimira Celaj erläuterte kurz, wie das Projekt abgelaufen ist: „Wir haben viel gemalt und gedruckt und sind durch das ganze Ammerland gefahren, wo wir viel Neues über die Leute gelernt haben.“ Einen Ansatz, den das Projekt verfolgte, beschrieb Silvana Celaj: „Ich wohne in Westerstede und fand es toll, meinen Mitschülern den Ort zu zeigen, in dem ich lebe.“

Da die Schüler aus elf Nationen kommen und in heterogene Gruppen eingeteilt waren, war die „Arbeitssprache“ Deutsch. „Das Projekt hat viel zum Spracherwerb beigetragen“, betonte somit auch Lehrer Waldemar Neigel. Und: „Man kann sagen: Wo die Sprache an Grenzen stößt, hat die Kunst weitergeholfen.“ Seine Kollegin Gabriele Siegle ergänzte: „Das Kunstprojekt mit ,Slap‘ hat viel zur Integration der Kinder beigetragen. Sie haben mehr Deutsch gesprochen, neue Orte kennengelernt und Freundschaften geschlossen.“ Und Kaja Scherf, Studentin im Praktikum an der Hauptschule, hat beobachtet, dass „die Schüler im Laufe des Projektes viel offener wurden, Ängste abgelegt und sich gegenseitig geholfen haben“.

Stationen im Ammerland

Bis Oktober ist die Ausstellung in Oldenburg zu sehen. Anschließend sind noch Stationen im Ammerland geplant. Zudem plane die Schule in Zusammenarbeit mit Edda Akkermann von „Slap“ für Spätsommer, Herbst „ein Fortsetzungsprojekt, das noch mehr als das erste Projekt zwischenmenschliche Begegnungen zwischen Zuwanderern und Einheimischen fördern und dokumentieren soll“, verriet Schulleiter Peter Röben. Er hofft, auch dafür wieder Unterstützer zu finden.

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Markus Minten

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