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NWZonline.de Region Ammerland Bildung

Schüler sind Wolf auf der Spur

07.12.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-12-07T09:32:04Z 280 158

Bildung:
Schüler sind Wolf auf der Spur

Friedrichsfehn Märchen vom bösen Wolf kennt jedes Kind: „Das Rotkäppchen“ oder auch „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Seit einiger Zeit taucht das Tier wieder außerhalb der Märchen – auch in Niedersachsen – auf.

Im Wahlpflichtkurs „Wolf“ hat sich der sechste Jahrgang der Grund- und Oberschule Friedrichsfehn deswegen intensiv mit dem Tier auseinanders gesetzt, berichtet Lehrerin Ariane Teske. Am Dienstag nahmen die 23 Schülerinnen und Schüler an dem Projektvormittag „Wölfen auf der Spur – die Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen“ des Umweltbildungszentrums Ammerland teil.

Dabei erarbeiteten sich die Sechstklässler in einem Planspiel mit Experten Informationen zu einzelnen Positionen. In den vier Gruppen „Jäger“, „Landwirte“, „Wolfsberater“ und „Behörde“ bildeten sie sich ihre Meinung und lernten die Perspektiven kennen. „Am Ende sollen die Argumente ausgetauscht, angenommen und verstanden werden“, sagt Teske. „Es geht um die Bewertungskompetenz der Schüler.“

Esel schlagen Alarm

„Wir dürfen den Wolf nicht einfach abschießen, sie sind unter Artenschutz“, sagt „Jägerin“ Svea. „Und wir müssen rücksichtsvoll mit den Tieren umgehen und dürfen sie nicht verjagen“, weiß Timon. Ihre Gruppe wird vom Leiter des Hegerings Edewecht, Dr. Hans Fittje, und seiner Stellvertreterin, Marlies Backhus, beraten.

Im Frühjahr 2014 habe es in Husbäke die letzte Wolfsichtung gegeben, erinnert sich Fittje. Das Ammerland sei zu kleinräumig: „Es gibt keine großen, ruhigen Bereiche.“

Doch selbst wenn ein Wolf auftauchen würde, dürften die Jäger den Wolf nicht beeinflussen, erklärt der Hegeringsleiter. „Wenn der Wolf kommt, werden wir damit leben müssen – Jäger haben keine weiteren Rechte.“

Die Gruppe der Landwirte diskutiert indes, wie sie sich schützen könnten. „Wir könnten einen Zaun bauen, der tiefer in den Boden reicht, damit der Wolf sich nicht durchbuddeln kann“, meint Lara-Sophie. „Und der Zaun muss hoch genug sein, damit er auch nicht drüber springen kann.“ Ein rotes Flatterband könnte ihn zusätzlich verschrecken. Auch elektronisch und dicht gestrickt müsste die Abzäunung sein.

Und Vanessa schlägt einen Esel vor: „Der macht ganz laut Ia-Ia und warnt damit die Landwirte“, erklärt sie. Es gebe nur ein Problem: „Der Esel könnte selbst Opfer werden.“

Dass der Wolf auch wieder ins Ammerland komme, sei laut Ralf Lohse, Wolfsberater für den Landkreis, eine Frage der Zeit, sagt Lehrerinnen Susanne Bürig (KGS Rastede). „Wir fordern, dass die Menschen besser aufgeklärt werden“, betont „Wolfsberater“ Lucas. „Dann denken sie nicht falsch über den Wolf und wissen, wie er sich wirklich verhält“, fügt Robin hinzu.

Angriffe äußerst selten

Übrigens: Dass der Wolf auch Menschen angreife, komme nur äußerst selten vor, sagen Jan Hobbiebrunken und Andrea Hauschke von der Unteren Naturschutzbehörde. Seit 1960 habe es europaweit neun Fälle gegeben. Hauschke: „Dabei hatte der Wolf entweder Tollwut oder er war an Menschen gewöhnt.“ In der Regel wolle er nichts mit den Menschen zu tun haben.“ Die Ausnahme: „Wenn sie angefüttert sind und die Bindung zum Menschen kennen.“

In der „Behörde“ überlegen die Sechstklässler, wer wie zu schützen ist. Büring: „Wir wollen, dass die Schüler als Multiplikatoren fungieren.“

Und so bleiben die Märchen vom bösen Wolf was sie sind: Märchen.