Workshop:
Sich beim Tanzen einfach mal treiben lassen

Experten stellen in Rastede Projekte und Forschungsansätze vor

Rastede Das Evangelische Bildungshaus und die Akademie der Ev.-Luth. Kirche haben am Wochenende eine Tagung mit dem Titel „Ich tanze – also bin ich“ veranstaltet. Fachleute stellten Projekte und Forschungsansätze zum Thema „Tanz“ vor.

„Über Tanz lässt sich gut reden, aber tanzpädagogische Arbeit lebt von Erfahrung und Begegnung“, erläutert Heike Scharf, Theaterpädagogin und Seminarleiterin im Evangelischen Bildungshaus in Rastede. Praktische Workshops waren deshalb fester Bestandteil des Symposiums „Tanz und Bildung“.

Dorothea Jöllenbeck ist Buqi-Trainerin und kombinierte Elemente aus dem Buqi-Übungssystem mit Alltagsbewegungen, so dass eine Choreographie entstand. „Das Buqi-System beinhaltet eine Vielzahl verschiedenartiger Übungen, die den Körper von blockierenden Energien befreien. Das kann den Menschen dazu anregen, die eigenen Lebenskräfte zu aktivieren“, sagt Dorothea Jöllenbeck. Sie sei der Meinung, dass allzu oft Befindlichkeit und Körperhaltung zusammenhängen.

„Beim Tanzen wird der Kopf frei und man kann sich treiben lassen“, sagt Heike Scharf. Sie forderte ihre Tänzerinnen und Tänzer auf, sich bewusst zu machen, was Tanz für eine Sprache sein kann. Corinna Bruggaier von „OPUS 100“, eine bundesweit einzigartigen Plattform für große Musik-, Theater und Tanzprojekte aus Bremen, gestaltete einen Workshop mit der Fragestellung „Inklusion und Tanz – wie hängt das zusammen?“ Auch wurden Möglichkeiten erarbeitet, Lernen erfolgreich und nachhaltig durch Tanz zu gestalten.

Nach einem theoretischen Überblick wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden an einem beispielhaften „Aus der Neuen Welt“-Einstieg gearbeitet. Ein Projekt, das 2015 mehr als 100 Oldenburger Mitwirkende begeisterte. Die Arbeit von „Opus 100“ gilt als wegweisend für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung.

Junior-Prof. Dr. Denise Temme von der Sporthochschule Köln hielt einen Vortrag über „Bildung und Tanz“. „Tanz kann einen Bildungsprozess einleiten und verursachen, aber erst einmal ist Tanz lediglich eine Form der Bewegung und nichts anderes“, sagt die Lehrende.

Tanz sei nie Mittel zum Zweck, macht sie deutlich. Dass durch das Tanzen soziale Kontakte, auch Freundschaften aus dem Miteinander entstehen könnten und damit bei der Integrationsarbeit eine Wirkung erzielen könne, sei sicher möglich, sagt Denise Temme.

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