Engagement:
Bürgerinitiative kämpft gegen Bahnlärm im Kurort

Messung des Geräuschpegels wird angestrebt – Mitstreiter für Arbeitskreise gesucht

Bad Zwischenahn „Wir wollen keine Stimmung gegen die Bahn machen“, stellte Wilfried Tebje, Initiator der „Bürgerinitiative gegen den Bahnlärm“ in Bad Zwischenahn, eingangs auf der Informations- und Diskussionsveranstaltung am Freitagabend im voll besetzten Gruppenraum des „Hotel Kämper“ fest. „Das einzige, was wir wollen, ist etwas mehr Ruhe“, hob er hervor.

Die Bahn habe die Möglichkeit, den Lärm des Schienenverkehrs zu mindern. Ziel der Bürgerinitiative sei es auch, den stetig steigenden nächtlichen Güterverkehr zu reduzieren. Eine Voraussetzung, die Bahn dazu zu bringen, ihre Züge leiser werden zu lassen, sei eine Lärmmessung, die bald angestrebt werde. Die örtliche Bürgerinitiative habe sich, so Wilfried Tebje, mit anderen zusammengeschlossen, um gemeinschaftlich die Chancen der Lärmreduzierung zu verbessern.

Das Projekt „Wunderlinie“, eine gezielte Aufwertung der Bahnstrecke Groningen–Bremen als Teil der Bahnverbindung Amsterdam–Hamburg, stellte die Projektleiterin Ina de Lange (Groningen) vor. Primär sollte der Personenverkehr verbessert werden. Dazu zähle auch eine Verkürzung der Fahrzeit. Entsprechende Planungen endeten 2018. Dann müsse mit dem Land Niedersachsen verhandelt werden, was möglich sei.

Eine andere Lösung zur Vermeidung des Bahnlärms präsentierte Dr. Horst-Herbert Witt mit seiner Vision „Große Hafenspange“, die eine Entflechtung von Personen- und Güterverkehr vorsieht. So sollte alternativ die Planung einer europäisch angelegten Güterverkehrstrasse für die Küstenregion nördlich der Achse Groningen-Oldenburg-Bremen entwickelt werden.

Diese neue Güterbahn, die Wohngebiete meide, mache die Nutzung der „Wunderlinie“ für den Güterverkehr unnötig, sagte Witt. Für die Umsetzung wäre der politische Wille erforderlich. Zur Finanzierung könne auch nach privaten Investoren gesucht werden.

„Das, was wir vorhaben, bedeutet viel Arbeit“, sagte Wilfried Tebje abschließend. Es würden dringend Mitstreiter für Arbeitskreise gesucht. Für weitere Informationen steht er unter Telefon   04403/64778 zur Verfügung. Spontan traten an diesem Abend rund 30 Anwesende der Bürgerinitiative bei.

Leserkommentare

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  HanZsch 10.02.2015, 18:26:38
Hier ist höchste Wachsamkeit gefordert!

Die Holländer können ruhig in Leer umsteigen und die IC und RE nach Oldenburg und Bremen benutzen. Der Stundentakt ist vorhanden. Machen sie aber jetzt schon nicht, der ARRIVA fährt fast leer. Da wird auch kein anderer Zug mehr Fahrgäste bringen.

Nein, die Holländer wollen eine reine Güterlinie aufbauen, damit sich die Investitionen wie Maasklave usw. rentieren und die Container los werden können.

Dieses Vorhaben der Wunderlinie schadet eher den deutschen Hafenumschlag als er dienlich ist. Diese Arbeitsplätze können wir selber gebrauchen.

Deshalb ist dieses Vorhaben strikt abzulehnen!
  dieter.jahnke 09.02.2015, 11:18:43
Der Initiator dieser Aktion bezeichnet sich in der NWZ selbst als Betroffener des zunehmenden Bahnverkehrs, wohnt selbst aber in bester und teuerster Wohnlage von Bad Zwischenahn in Rufweite zum See... Herr Tebje sollte sich bei der "Öffentlichkeitsarbeit" auch an gesetzliche Vorgaben halten und sollte seine Flugblätter die er in den letzten Tagen in Zwischenahner Briefkästen verteilt hat mit den nötigen Rechtshinweisen versehen!

Selbstverständlich nimmt der Bahnverkehr zu. Auch der Verkehr auf der Strasse und in der Luft nimmt zu. Das ist die Folge unseres Wohlstandes, unseres Exportes und unseres Bedarfs an immer mehr Importgütern. Auch Herr Tebje wird sicher nicht auf sein Smartphone verzichten wollen... Das kommt nun mal aus China... Herr Tebje ist selbst Unternehmer und preist in seinem Onlineshop den Versand in die halbe Welt an... Wie bitte soll das gehen wenn man keinen Verkehr mehr zulässt?

Kein Haus im Einzugsbereich der Bahnlinie ist älter als die Bahnlinie selbst. Es ist und war also niemand gezwungen dort zu wohnen und/oder zu bauen. In unmittelbarer Bahnhofsnähe und "Auf der Wurth" sind vor wenigen Monaten hochwertige Eigentumswohnungen fertiggestellt worden. Über mangelnde Nachfrage hat sich bisher kein Bauträger beklagt. Auch Hoteliers "Auf der Wurth" haben erst vor kurzer Zeit renoviert und erweitert. Offensichtlich scheint der Tourismus auch in diesem Ortsbereich zu funktionieren.

Selbstverständlich sollte man die Bahn in die Pflicht nehmen und auf eine Lärmminderung drängen, keine Frage. Den Verkehr wird niemand verhindern können.

Es sollte bitte jeder bedenken das nur eine florierende und wachsende Wirtschaft gute Beschäftigung sichert und so das bestehende Rentensystem stützt und erhält. Bei der Bevölkerungsstruktur von Bad Zwischenahn ein Aspekt der besonders zu beachten ist...

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