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Ausgrabungen:
Nur Klingelschild nicht gefunden

Specken Was vor einem Jahr als Idee einer Hand voll Speckener begann, wurde am Freitag mit der Präsentation zahlreicher spätmittelalterlicher Funde zumindest vorläufig beendet. Dazwischen lagen Gespräche, Voruntersuchungen – und eine zweiwöchige Ausgrabung im Landschaftspark Wiesengrund.

Dort hatte der spätere Bezirksarchäologe Dieter Zoller bereits 1952 den Standort der Burg Specken ausgemacht. Details blieben aber weitgehend verborgen. Bis heute.

Nachdem Studenten der Jade Hochschule um Prof. Thomas Priesemann im Herbst vergangenen Jahres mit einem Bodenradar Spuren im Untergrund erfasst hatten (die NWZ  berichtete), folgten in den vergangenen zwei Wochen die Ausgrabungen. Rund 20 Mitglieder der AG Archäologische Denkmalpflege der Oldenburgischen Landschaft unter Leitung von Dr. Jörg Eckert, Nachfolger von Zoller als Bezirksarchäologe, hatten mehrere Schnitte in den Landschaftspark gelegt. Und dabei haben sie zahlreiche Funde zu Tage gefördert: So konnten zwei, die Burg umgebende Gräben freigelegt werden. „Die Funktion des kleinen kennen wir noch nicht“, so Eckert. „Das ist sehr ungewöhnlich.“ Ansonsten habe es sich bei der Burg Specken um eine typische Niederungsburg mit „mindestens einem großen Gebäude“ und einem relativ kleinen Burgplatz von 30 mal 30 Metern gehandelt. „Das war keine gewaltige Festung, sie hatte mehr repräsentative Funktion.“ Die Burg habe nach einer ersten Begutachtung der Funde von etwa 1300 bis 1500 bestanden. Dann seien die Gebäude wohl eingerissen worden. Die Reste wie Steine, Gefäße (darunter viel Tonware aus dem Rheinland) und massive Dachziegel landeten im Burggraben – wo sie gut 500 Jahre später gefunden wurden.

Nur ein paar Dinge habe man trotz intensiver Suche nicht finden können, verriet Henning Dierks, der das Projekt initiiert hatte, schmunzelnd: den Burgschatz, die Gebeine des Ritters von Specken und das Klingelschild.

Ganz beendet sein soll die Suche noch nicht. Die Bodenradaruntersuchung hatte zwei Strukturen sichtbar gemacht, die laut Eckert auf eine Vorburg hindeuten könnten. Bis aber mögliche weitere Grabungen folgen, hat die Arbeitsgemeinschaft reichlich zu tun: Die Fundstücke müssen ausgewertet und Scherben geordnet und zusammengesetzt werden. Schließlich sollen die Funde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Spuren der Grabung werden hingegen schon kommende Woche verschwinden.


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