Zwei Sonderausstellungen:
Schwules Museum feiert 30. Geburtstag

Die beiden ab Dienstag für das breite Publikum geöffneten Sonderschauen heißen „Tapetenwechsel“ und „Die Kunst des schönen Scheins“. In zwei Räumen sind Bilder, Gemälde und Skulpturen von homosexuellen Künstlern und mit Motiven ausgestellt, die sich mit Homosexualität auseinandersetzen.

Berlin Mit zwei Sonderausstellungen feiert das Berliner Schwule Museum sein 30-jähriges Bestehen. Die beiden ab Dienstag für das breite Publikum geöffneten Sonderschauen heißen „Tapetenwechsel“ und „Die Kunst des schönen Scheins“. „Es sind Exponate zu sehen, die etwas über 30 Jahre Sammelgeschichte erzählen“, sagte Kurator Wolfgang Theis am Montag in Berlin. „Wir zeigen Kunst aus der schwulen Hoch- und Niedrigkultur“, fügte er hinzu. In zwei Räumen sind Bilder, Gemälde und Skulpturen von homosexuellen Künstlern und mit Motiven ausgestellt, die sich mit Homosexualität auseinandersetzen.

Heute Abend um 19 Uhr findet die Vernissage unserer neuen Ausstellungen statt! Mit René Koch und einer Laudatio von Udo...

Posted by Schwules Museum on Montag, 14. Dezember 2015

Auch das Thema Homophobie wird in der Ausstellung „Tapetenwechsel“ behandelt, die bis 12. Mai 2016 läuft. Auf einer Säule ist etwa der ehemalige Paragraf 175 durchgestrichen, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte. Daneben hängt ein goldgerahmtes Bild von Helmut Kohl, unter dessen Kanzlerschaft der Paragraf 1994 abgeschafft wurde.

Die zweite Ausstellung, „Die Kunst des schönen Scheins“, ist bis 14. März zu sehen. Sie befasst sich mit dem Leben des Visagisten und Travestiekünstlers René Koch. „Wir wollten ein selbstbewusstes schwules Leben präsentieren“, begründete Theis die Wahl des 70-jährigen Koch: „Das von René war bunt, schrill und voller Prominenz.“

Neben Leihgaben aus Kochs Lippenstiftmuseum und selbst verfassten Gedichten, sind auch einige persönliche Briefe der Schauspielerin Hildegard Knef an Koch ausgestellt. Koch und Knef verband eine jahrzehntelange Freundschaft. Auch Kochs Sammlung von prominenten Lippenabdrücken und sein Verdienstorden der Bundesrepublik sind Teil der Ausstellung. „Ich will den Leuten zeigen, dass auch eine Dragqueen das Bundesverdienstkreuz bekommen kann“, sagte Koch.

Am 6. Dezember 1985 hatte sich der Verein der Freunde des Schwulen Museums gegründet. Bereits im Sommer 1984 hatte im Berliner Museum die Ausstellung „Eldorado - Geschichte, Alltag und Kultur homosexueller Frauen und Männer 1850-1950“ stattgefunden. Das erste Schwule Museum befand sich als Bibliothek und Archiv in der Friedrichstraße. 1988 zog das Museum schließlich an den Mehringdamm, wo über 130 Ausstellungen realisiert wurden. Im Frühjahr 2013 öffnete das heutige Museum in der Lützowstraße seine Pforten.

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Zwei Sonderausstellungen
Schwules Museum feiert 30. Geburtstag
Die beiden ab Dienstag für das breite Publikum geöffneten Sonderschauen heißen „Tapetenwechsel“ und „Die Kunst des schönen Scheins“. In zwei Räumen sind Bilder, Gemälde und Skulpturen von homosexuellen Künstlern und mit Motiven ausgestellt, die sich mit Homosexualität auseinandersetzen.
http://www.nwzonline.de/ausstellung-kunst/schwules-museum-feiert-30-geburtstag_a_6,0,1407182489.html
15.12.2015
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