19. Juni 2010


Auszubildender Ralf Backhaus beschert dem Autohaus Rosier den ersten Landessieg

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Ralf Backhaus in seinem Element (Bild oben). Bild unten links: Ralf Backhaus und sein Ausbildungsleiter Jörn Kalläne.  Bild vergrößern

Für den Oldenburger Ralf Backhaus gab es als kleiner Junge nichts Schöneres, als mit Autos zu spielen. Daher war sein Berufswunsch von Anfang an klar. Es musste etwas mit Autos sein. Ein Freund gab ihm den Tipp, sich doch beim Autohaus Rosier zu bewerben. Da für Ralf Backhaus „Auto gleich Auto“ ist, war ihm die Marke egal.

Autohaus Rosier ist ein Traditionsunternehmen in der dritten Generation. Mittlerweile gibt es 17 Standorte in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit insgesamt 39 Betrieben. In Oldenburg wird nur im „Mercedes-Benz-Nutzfahrzeugzentrum“ in der Bremer Heerstraße der Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbau-mechanikers, Fachrichtung Fahrzeugbau, ausgebildet. Insgesamt arbeiten hier 110 Mitarbeiter.

Die Bewerbung von Ralf Backhaus landete auf dem Schreibtisch vom Ausbildungsleiter Jörn Kalläne, selbst Karosserie- und Fahrzeugbauermeister. „Jeder Bewerber muss bei uns ein Praktikum absolvieren; in der Regel dauert dieses 14 Tage. Wir möchten vorher sehen, ob die Praktikanten mit der geforderten Arbeit zurechtkommen und ob sie teamfähig sind. Da wir jährlich zwei Auszubildende im Fahrzeugbau einstellen, nehmen wir stets die beiden nach unserer Auffassung besten Praktikanten. Gute oder weniger gute Noten auf dem Zeugnis sind für uns nicht unbedingt entscheidend.“

Ralf Backhaus gehörte zu den Auserwählten und konnte am 1.August 2005 seine Ausbildung beginnen. An seinen ersten Tag erinnert er sich noch ganz genau: „Es war schon etwas ungewohnt – man wusste ja nicht genau, was auf einen zukommt. Meine erste Arbeit war, zusammen mit einem Gesellen eine Fahrzeugtür auszubeulen.“

Im Laufe der dreieinhalb Jahre werden die Auszubildenden unter der Aufsicht von verschiedenen Gesellen auf allen Gebieten eingesetzt, und die Aufgaben werden mit der Zeit natürlich größer und anspruchsvoller. „Unsere Auszubildenden werden sofort an alle Arbeiten herangeführt, sie sind eben Auszubildende und keine billigen Arbeitskräfte. Die Ausbildung hier ist zwar streng und wir fordern Disziplin und Einsatz, aber dafür ist es eine Ausbildung mit Niveau“, versichert Jörn Kalläne.

Ralf Backhaus mochte von Anfang an die Vielseitigkeit, die diesen Beruf so ausmacht, seien es die diversen Reparaturen an den Fahrzeugen, Schweißarbeiten oder was er ganz besonders gerne macht: der Innenausbau von Transportern und das Verkleiden der Seitenwände mit Holz. War vor Jahren die Zwischenprüfung noch eine reine „Standortbestimmung“, so fließt heute diese Zwischenprüfung zu 30% in die Gesellenprüfung ein. Ralf Backhaus musste im praktischen Teil dieser Zwischenprüfung einen Kotflügel anfertigen.

Bei der Gesellenprüfung war am 26. Januar 2009 zunächst die Theorie gefragt. Einen Tag später musste Ralf Backhaus einen Lampenträger mit Fünfkammerleuchte aufbauen und verkabeln. Dazu kam dann noch sein Gesellenstück. Die Aufgabe an Ralf Backhaus war, nach einer Zeichnung eine Zuggabel zu bauen. Das aber nicht in der Originalgröße, sondern im kleineren Maßstab. Insgesamt beendete Ralf Backhaus diese Gesellenprüfung als Klassenbester von 15 Schülern und war damit auch Sieger innerhalb der Handwerkskammer Oldenburg im Bereich „Fahrzeugbautechnik“. „Dass Ralf bei der Gesellenprüfung ganz vorne dabei sein würde, war für uns keine große Überraschung“, so Jörn Kalläne. Er habe seine Sache immer sehr ernst genommen und seine Berichtshefte seien vorbildlich geführt worden.

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Wie bei fast allen Kammersiegern wurde das Gesellenstück von Ralf Backhaus zum Landesentscheid eingereicht. Auch hier beeindruckte das Prüfungsstück die Fachjury, die Ralf Backhaus auf Platz 1 setzte. Die Freude war natürlich groß, denn damit war er der erste Landessieger in dieser Sparte im Hause Rosier in Oldenburg. Im November 2009 ging es für Ralf Backhaus dann noch weiter: in Schweinfurt im Süden der Republik fand der Bundesentscheid mit allen Landessiegern statt. Im praktischen Teil musste nach einer Zeichnung ein Unterfahrschutz für einen LKW angefertigt werden. Auch diesen Wettbewerb löste er mit Bravour und kehrte mit einem guten dritten Platz zurück. Von der Handwerkskammer Oldenburg bekam er zudem eine Begabtenförderung verliehen.

Hier werden spezielle Weiterbildungsmaßnahmen und auch die Meisterprüfung mit einem bestimmten Geldbetrag unterstützt. „Mit Sicherheit werde ich dieses auch in Anspruch nehmen, aber zunächst möchte ich einmal als Geselle hier bei Rosier weitere Erfahrungen sammeln“, so Ralf Backhaus. Als Geselle werden ihm jetzt auch die Auszubildenden zugeteilt. Auf die Frage nach Tipps für die Auszubildenden antwortete er spontan: „Ganz wichtig ist es, auf die Erfahrung der Gesellen zu hören.“






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